Beiträge von Chris73

    Auch wenn es (gerade bei der ersten) schwer fällt: warten.

    Meine juvenile Boehmei hat zuletzt im September ne Grille angeknabbert und seitdem nix mehr angenommen an Futter. Ist immer noch prallerund und eigentlich warte ich nur, dass sich die Arschglatze mal dunkel verfärbt, damit ich endlich weiß: Häutung steht an, aber sie lässt sich Zeit :).


    Ist aber am Anfang, zugegebenermaßen, sehr schwer mit dem Warten und denken "ach wird schon alles gut gehen".

    Wenn mans gar nicht mehr aushält, könnte man höchstens irgendwo mit dem Ende vom Pinsel oder Pinzette ein kleines Loch reinstechen, durch das man mit der Taschenlampe mal reinleuchten kann, was man dann mit Erde wieder zumacht.

    Oder du legst ein Blatt auf den zugebuddelten Eingang. Wenn sie dann nachts mal zum Trinken rauskommt und danach sich wieder zubuddelt, erkenntst du wenigstens daran, dass sie noch da ist und lebt :).


    Aber platt gesagt, egal ob Häutung anstehend oder nicht: Wenn sie will und wenn sie was braucht, wird sie schon rauskommen und wenn nicht, kannst du eh nichts machen außer den Wassernapf gefüllt halten.

    Was m. E. da mit reinspielt:

    Es ist ja gut und richtig so, dass man, wenn man ein neues Haustier bekommt, diesem das bestmögliche Zuhause bieten will. Nur gehören VS zu den Tieren, über deren Haltung, Lebensweise und Verhalten Otto Normalbürger vermutlich so wenig weiss wie bei kaum einen anderem Tier und es unterscheidet sich ja schon sehr deutlich von den "üblichen" Haustieren.

    Nen Stück weit muss man, selbst wenn man sich vorher ausführlich belesen hat, einmal durch die ganzen Anfangssorgen durch, seine eigenen Erfahrungen machen und eine gewisse Gelassenheit entwickeln.

    Meine Albo hatte sich auch unter ihrer Korkröhre 10 cm tief bis zum Bodenglas und dort eine geräumige Höhle gegraben und da ~90% ihrer Zeit verbracht, also schien sie sich dort recht wohl zu fühlen :).

    Ich habs zwar neulich "aufgefüllt" und neu gemacht, weil sie bei einer ihrer peu-a-peu-Grabaktionen die stützende Erde unter der Korkröhre entfernt hat und diese abgesackt ist, aber ansonsten hätte ich das so belassen und hatte nie den Eindruck, dass ihr der komische Bodengrund irgendwie unangenehm wäre oder so.; hat sich sogar drauf gehäutet.

    Umgebungstemperatur/Heizungsluft und damit Luftfeuchtigkeit ist nicht ganz unwichtig.

    Hab hier in der Ecke, wo die Spinnen stehen, ein Thermo-/Hygrometer liegen und da sieht man gut, dass die LF von 40-55% (außen, fürs Terrarieninnere über den Daumen gepeilt +10% durch den Trinknapf) in Frühling-Herbst im Winter mit trockener Heizungsluft auf ~30% oder so runter geht. Und das zeigt meine Geni dann auch an, dass ihr das zu trocken ist, weil sie dann nämlich anfängt, ständig auf oder neben dem Wassernapf rumzuhängen, weswegen ich dann den Bodengrund anfeuchte (siehe Wolfram). Dann ist sie wieder glücklich und hängt nicht mehr ständig beim Wassernapf rum.

    Wenn man sich nicht sicher ist, ob die Spinne frisst, kann man auch das Beutetier mit der Pinzette festhalten und in der Nähe des Höhleneinganges ein wenig auf dem Boden zappeln lassen. Wenn die Spinne wirklich Appetit hat, wird man schon bald ein paar Beine aus dem Höhleneingang luchsen sehen und kann das Beutetier loslassen und wenn keine Reaktion erfolgt, kann man das Beutetier gleich wieder mit rausnehmen.

    Sry, aber: Was für ein Theater. Notfallpläne, Führungzeugnisse, Kurse, Ausweise etc. für ein Tier mit der Giftigkeit einer Wespe, damit das Amtsschimmel nochmal wiehern kann und Geld für die Durchsicht eingereichter Unterlagen kassiert?


    Bitte nicht falsch verstehen - ab nem gewissen "Gefährlichkeitsgrad" mag das sicherlich sinnvoll sein, dass sichergestellt ist, dass der Tierhalter zumindest halbwegs weiss, was er da hat und was er macht, wenn was schief läuft.


    Grundsätzlich würde ich aber meinen: Wo keine oder keine relevante Fremdgefährdung vorliegt, muss sich der Bürger auch nicht unter Vorlage von Plänen, Führungszeugnissen etc. vom Staat irgendwas genehmigen lassen.

    Mir ist jetzt keine Statistik bekannt, wie viele unbeteiligte Menschen pro Jahr in der Schweiz, in Österreich, in Deutschland oder sonst wo durch Bisse oder Brennhaare von Vogelspinnen zu Schaden kommen, aber ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte: Sehr wenige bis kaum welche, ergo besteht hier auch kein grundsätzlicher Regelungsbedarf.


    Meinen "Notfallplan" habe ich im Kopf.

    Gebissen? Bissstelle säubern und beobachten, falls Symptome stärker als erwartet ausfallen, ggf. zum Arzt. Und falls sie schnell und sehr viel stärker ausfallen, als zu erwarten wäre: Notruf wählen, da ggf. anaphylaktischer Schock.

    Brennhaare abbekommen? Pfoten waschen, nicht in den Augen reiben oder in der Nase popeln und ggf. den dabei getragenen Pullover in die Wäsche geben.

    Spinne ausm Terrarium ausgebüchst? Heimchendose --> einfangen.

    Kleines Update übrigens, falls es interessiert:

    Nachdem sie peu a peu ihre Höhle unter der Korkröhre immer weiter ausgehoben hat, bis das eine halbe Kathedrale mit Platz für einen Kopfstand geworden ist und sie mit der rausgeschafften und draußen aufgetürmten Erde aus einer auf der Erde stehenden halben Korkröhre quasi nur noch einen ebenerdigen Schlitz in die Höhle geschaffen hat, ist sie immer öfter zu sehen. Ganz rauskommen tut sie immer noch selten, aber mittlerweile sitzt sie fast jeden Abend halb drinnen, halb draußen an der Luke zu ihrem Verlies.


    Und weil ich auf den Geschmack gekommen bin, leistet ihr seit neustem eine T. vagans-Dame Gesellschaft (also, nicht im selben Terrarium, versteht sich...) :).


    Gruß,

    Chris.

    Danke euch,


    dann werde ich erst mal abwarten, bevor ich hier die große Umräumaktion starte.


    Und auf der anderen Seite: Sie scheint sich ja wohl zu fühlen. Läuft nicht die Wände hoch, sitzt nicht direkt vorm Wassernapf und in ihrer Höhle bzw. den kleinen Tick halb raus bewegt sich sie ja schon und sitzt da auch meist recht "entspannt", also Beine relativ flach ausgestreckt. Vielleicht sollte ich es einfach positiv sehen: Sie hat ihren Unterschlupf angenommen, sich da häuslich eingerichtet und fühlt sich offensichtlich wohl drin :).

    Hey Jannik,


    ja, eine kleine Rotlichttaschenlampe habe ich mir schon zugelegt, erwische sie aber auch damit nachts zunehmends weniger bis gar nicht außerhalb ihres Unterschlupfs.

    Irgendwie scheint sie mit der Zeit immer "vorsichtiger" zu werden, evtl. doch anstehende Häutung?


    Und ja, beim Buddeln konnte ich ihr einmal zusehen...ich glaube, ich saß fast 3 Stunden da und habe ihr fasziniert dabei zugesehen, wie sie wieder und wieder in ihrer Höhle Erde zusammengekratzt, daraus einen Ball geformt, den rausgetragen und da wieder verteilt und angedrückt und sich damit gleich einen kleinen "Schutzwall" um den Höhleneingang gebaut hat :).

    Hallo zusammen,


    ich dachte, ich komme mit eifrigem vorher Lesen drum herum, aber nun habe ich doch mal 2-3 Fragen:

    Ich habe mir vor gut 1 1/2 Monaten meine erste VS, eine Tliltocatl albopilosum, zugelegt (noch nicht ganz ausgewachsen, so 8-9 cm Beinspannweite). Nach Einzug ins Terrarium (30x30x30) hat sie dies 1-2 Tage erkundet, es sich dann unter der Korkröhre gemütlich gemacht, sich nach und nach darunter einen Gang bis zum Boden des Terris gegraben und seitdem hockt sie dort drin. Also nicht verbarrikadiert und ab und zu streckt sie mal 3-4 Beine so halb aus dem Ausgang, aber außerhalb sieht man sie quasi nie (auch wenn sie bestimmt nachts mal unterwegs ist).


    Ich habe da grundsätzlich kein Problem mit und lasse sie auch in Ruhe , mir ist klar, dass das eigentlich normales Verhalten ist und vielleicht eine Häutung ansteht (auch wenn sie vor 2 Wochen noch gefressen hat) und wahrscheinlich lautet die Antwort eh "nix machen, wird schon irgendwann etwas mutiger werden, wenn ihr danach ist", ich bin aber am Überlegen, ob evtl. Standort und Licht sie vielleicht auch mit davon abhalten, mal mehr als 3 Beine rauszustrecken:

    Das Terrarium steht auf einem Beistelltisch im Wohnzimmer an der Wand so ca. 2,5 Meter von der Tür entfernt. Direkt dran vorbei gehen tue ich also normal nicht, aber so mit 2 Metern Entfernung nun schon öfter und wenn ich näher dran gehe, sehe ich auch, wie der Wasserspiegel im Napf leicht vibriert. Ist ihr das evtl. schon zu viel und zu oft "gefährliche Bewegung" in ihrer Nähe? Mit einfach probeweise mal in eine ruhigere Ecke umstellen wäre nicht ganz so einfach, da sie in sämtlichen freien Ecken in direkter Nähe zu einem Heizkörper oder näher am direkten Wohnbereich mit mehr Licht und Bewegung stehen würde.

    Licht ist auch so eine Sache: Ich habe schon nur eine kleine LED-Lampe seitlich oberhalb, dimmbar, so dass im Terrarium nun kein grelles Licht ist, sondern das eher nach "Rest-Mondlicht" aussieht, aber selbst da merke ich: Wenn ich das anschalte und sie war halb draußen, dauert es nur ein paar Sekunden und sie zieht sich tiefer in ihre Höhle zurück.


    Alles lassen, wie es ist nach dem Motto "wird schon irgendwann öfters rauskommen, wenn ihr danach ist" oder doch das halbe Wohnzimmer umräumen?


    Grüße,

    Chris.

    Hallo zusammen,


    ich wollte mich mal kurz vorstellen, nachdem ich auf der Suche nach einer Austauschplattform rund um Vogelspinnen war und das Forum hier mir eines der besser besuchten deutschsprachigen erschien.


    Ich bin Chris, wie dem Benutzernamen zu entnehmen ist, nicht mehr ganz so jung, wohne in Norddeutschland und seit gestern wohnt eine dreijährige tliltocatl albopilosum-Dame bei mir.

    Für Vogelspinnen habe ich mich vor einigen Jahren schon mal sehr interessiert, viel gelesen etc., habe das Thema dann aber im Sande verlaufen lassen. Vor ein paar Monaten bin ich wieder auf den Geschmack gekommen, diesmal sollte es nicht nur bei Lesen bleiben und da bot sich eine der grundsätzlich ruhigeren Arten in einem Alter, wo sie schon "aus den Babyjahren" raus ist, aber ich ihr noch beim Wachsen zusehen kann, förmlich an.

    Und, nachdem sie nun da ist...es war die richtige Entscheidung, es diesmal nicht nur bei der Faszination aus der Ferne zu belassen :).

    Ich werde sie die nächste Zeit sich erst mal in Ruhe eingewöhnen lassen, aber da ist sie schon gut dabei. Gestern nach Einzug erst mal die Scheiben erkraxelt, dann den Unterschlupf gefunden und angenommen, einen kleinen Erdwall vor errichtet und über Nacht den Unterschlupf und den Bereich davor leicht ausgesponnen, den Wassernapf gefunden..sieht mir auf den ersten Blick alles gut aus und Fragen habe ich momentan keine...aber das kann ja trotz aller Vorbereitung und Belesung noch werden :).


    Gruß,

    Chris.