Beiträge von Chris73

    Mit der Zeit (und mehr Spinnen....:)) wird man da auch entspannter bei dem Thema. Ich notier mir zwar auch für meine vier noch, wer wann was gefressen hat, aber letztendlich: So lange der Hinterleib nicht massiv größer als der Vorderleib ist, wird alle 2-3 Wochen ne Heuschrecke, Grille, Wurm oder so reingeworfen und wenn sie es fressen, ist gut, und wenn nicht, wird es wieder rausgenommen.


    Hängt natürlich auch von der durchschnittlichen Temperatur im Spinnenraum ab wg. Stoffwechsel, aber zumindest bisher haben meine 4 bei alle 2-3 Wochen einem mittelgroßes Futtertier entweder selber das Essen eingestellt oder sich gehäutet, bevor sie massiv zu dick wurden.

    Ach ja, noch was: sie muss nicht adult sein. Ab einer Körperlänge von 2 bis 2,5cm (gemessen ohne Spinnwarze und Beine) kann man sie gut ins Endterrarium setzten.

    Dabei kann man aber auch Pech haben.

    Ich habe nach 3 (fast) adulten Tieren als vierte Spinne eine juvenile Boehmei mit 2--3 cm KL erstanden, sie nach den guten Erfahrungen mit den ersten drei Tieren (klettern kaum die Scheiben hoch und wenn, können sie sich gut halten und stürzen kaum ab) gleich in ihr Endterrarium gesetzt. Das hatte zwar gute 10 cm Bodengrund, aber bei nem 30er-Würfel bleiben da immer noch 20 cm bis zu Decke.

    Und, dreimal darf man raten, wer wollte und wollte nicht aufhören, über die Scheiben zu laufen, konnte sich dabei oft nicht halten und plumpste wieder und wieder gen Boden?

    Richtig....der Boehmei-Flo, weswegen ich ihn doch erst in einer Übergangs-20er-Terrarium verpflanzt habe, weil ich nicht aufhören konnte zu denken "und wenn sie weiterhin ständig runterpurzelt, irgendwann tut sie sich doch was".


    Ansonsten hätte das in der Tat wohl gepasst mit 2-3 cm KL und ab ins Endterrarium - ist dann ja immerhin schon groß genug, dass man sie eigentlich immer findet im Terri und die Beute schon halbwegs in der passenden Ecke absetzen kann.

    Was ich bei "kleineres Tier gleich ins große Terrarium" aus heutiger Sicht definitiv anders bzw. besser machen würde: Entweder gleich 2 Höhlen in verschiedenen Größen anbieten oder die größenmäßig am ausgewachsenen Tier orientierte Höhle für den Floh großzügig mit Erde innen ausstopfen und kleiner machen, damit sie die Versteckmöglichkeit überhaupt als solche erkennt.

    Das sieht auf dem Bild eher nach was Selbstgebautem als einem Exo-Terra aus vom Deckel her.

    Wenn das Terra noch eine Frontscheibe zum Öffnen hat, wäre meine Idee, sie quasi mit einer mit Küchenpapier ausgelegten Heimchendose von unten anzuheben und den Zug an dem Bein zu entlasten in der Hoffnung, das sich dann durch die geänderten Winkel die Kralle aus der Gaze löst und man sie dann aber direkt in der Dose hat, damit sie nicht wieder durch die Gegend flitzt.


    Ansonsten wird sich das kaum verhindern lassen. Manche Individuen verlassen wirklich kaum den Boden, manche gehen zwar gerne mal die Scheiben hoch, meiden aber die Decke und manche machen auch vor der Decke nicht halt.

    Es gibt ja viele Tiere, die zigmal empfindlichere Sinne als wir haben und auch der Mensch nimmt unterbewusst sehr viel mehr Sinneseindrücke auf, davon wird nur 90% oder so als irrelevant weggefiltert.

    So ähnlich wird das auch bei Tieren funktionieren, denke ich mir, ansonsten müssten z. B. Hunde mit ihrem empfindlichen Gehör ständig am Rad drehen.

    Gut, Vogelspinnen haben nun kein Gehirn im dem Sinne, was aktiv filtert und sortiert, aber irgendeine Form von Priorisierung und "Bewertung" der Sinneseindrücke wird es da sicherlich auch geben.

    Wer weiß schon, als was Vibrationen außerhalb des Terris drinnen bei den Krabblern und ihren Instinkten ankommen.

    Wenn ich bei meiner Geniculata mit ner Chipstüte vor dem Terrarium rumknistere, setzt bei ihr der Futterreflex ein und sie kommt angeschossen. Anscheinend simulieren die "Vibrationen" in der Luft 30 cm vor ihrem Terri, durchs Glas "gefiltert", drinnen das Trippeln eines Beutetieres recht gut.

    Meine Albo hat exakt das selbe gemacht. Aus einer auf der Erde stehenden halben Korkröhre einen schmalen Schlitz im Boden, umgeben von Maulwurfshügeln, gemacht und darunter großflächig alles ausgehoben zu einer geräumigen Kathedrale unter der Erde.

    Eines Tages ist dann die Korkröhre eingestürzt, weil sie dann doch die tragende Erde darunter zu weit angegraben hatte....ich habe das dann neu gemacht und wieder mit Erde augefüllt und dreimal darf man raten, womit sie grad beschäftigt ist? Richtig, wieder alles unterbuddeln :).

    Das war mal eine Röhre, die auf der Erde stand:

    "Schlimm" im Sinne von "gefährlich" oder so sofort eher nicht.

    Wohl aber ggf. auf Dauer unbefriedigend und nervig. Erstens will man nicht, dass sich das Tierchen den Kabelkanal hinter der Rückwand als dauerhaften Rückzugsort aussucht, ständig dort hockt und vorne im Terrarium nur gähnende Leere herrscht und zweitens können sich, wenn die Öffnungen für die beiden Kabelkanäle von der Styroporrückwand oben sind, auch leicht ins Terrarium gesetzte Beutetiere da verkriechen. Im Worst Case hat man eine Spinne kurz vor der Häutung und ohne Appetit und hinter der Rückwand hat sich eine Grille verkrochen und man kriegt sie nicht raus...


    Ich würde das ändern. Entweder die Öffnungen oben mit irgendwas dicht machen, wenn das Tier wieder raus ist (und nicht beim Öffnen des Terrariums sofort wieder sich da verkriecht...), oder die Rückwand drehen und die Öffnungen unten in der Erde vergraben haben oder eine komplett andere, plane Rückwand.

    Muss ja nicht passieren und wenn du selber baust, hast du das mit der Höhe ja auch selber in der Hand.

    Ansonsten: Wie wäre es denn mit den Anfänger-Klassikern der Brachypelmen...hamorii, boehmei, auratum, emilia und wie sie alle heißen aus der "irgendwas mit rot-orange und aus Mexiko"-Abteilung? Eigentlich alle recht hübsch anzusehen und tendenziell wenig garstig, wachsen aber wohl recht langsam.

    Spricht eigentlich etwas dagegen, wenn man Jungtiere schon früh in die Endgrösse des Terrariums steckt? Ich rede natürlich nicht von Winzlingen die man nicht mehr findet, sondern so ab 2-3cm?


    Gruss Thomas

    Ich sags mal so: Ich hatte meine letzte Spinne mit so 3cm Körperlänge gekauft (meine Kleinste bis dahin, vorher nur adulte/subadulte Tiere) und sie mit "ach, wird schon gutgehen" direkt ins (30x030x30 cm) Endterrarium gesetzt, weil bisher alle Tiere hier 1-2 Tage etwas über die Scheiben gekraxelt waren zur Eingewöhnung, ich nie eine habe fallen sehen und sie es sich dann am Boden gemütlich gemacht haben.

    Drei mal darf man raten, wer sich nicht schnell eingewöhnen wollte, ständig die Scheiben hochging und sich oft nicht halten konnte und runter plumpste? Genau, der neue Floh, der dann natürlich bei 30 cm Terrariumshöhe und 10cm Bodengrund zu viel Fallhöhe hatte, so dass ich sie da wieder raus genommen und eine kleinere und flachere Plastikdose gesetzt habe.

    Auch wenn es (gerade bei der ersten) schwer fällt: warten.

    Meine juvenile Boehmei hat zuletzt im September ne Grille angeknabbert und seitdem nix mehr angenommen an Futter. Ist immer noch prallerund und eigentlich warte ich nur, dass sich die Arschglatze mal dunkel verfärbt, damit ich endlich weiß: Häutung steht an, aber sie lässt sich Zeit :).


    Ist aber am Anfang, zugegebenermaßen, sehr schwer mit dem Warten und denken "ach wird schon alles gut gehen".

    Wenn mans gar nicht mehr aushält, könnte man höchstens irgendwo mit dem Ende vom Pinsel oder Pinzette ein kleines Loch reinstechen, durch das man mit der Taschenlampe mal reinleuchten kann, was man dann mit Erde wieder zumacht.

    Oder du legst ein Blatt auf den zugebuddelten Eingang. Wenn sie dann nachts mal zum Trinken rauskommt und danach sich wieder zubuddelt, erkenntst du wenigstens daran, dass sie noch da ist und lebt :).


    Aber platt gesagt, egal ob Häutung anstehend oder nicht: Wenn sie will und wenn sie was braucht, wird sie schon rauskommen und wenn nicht, kannst du eh nichts machen außer den Wassernapf gefüllt halten.

    Was m. E. da mit reinspielt:

    Es ist ja gut und richtig so, dass man, wenn man ein neues Haustier bekommt, diesem das bestmögliche Zuhause bieten will. Nur gehören VS zu den Tieren, über deren Haltung, Lebensweise und Verhalten Otto Normalbürger vermutlich so wenig weiss wie bei kaum einen anderem Tier und es unterscheidet sich ja schon sehr deutlich von den "üblichen" Haustieren.

    Nen Stück weit muss man, selbst wenn man sich vorher ausführlich belesen hat, einmal durch die ganzen Anfangssorgen durch, seine eigenen Erfahrungen machen und eine gewisse Gelassenheit entwickeln.

    Meine Albo hatte sich auch unter ihrer Korkröhre 10 cm tief bis zum Bodenglas und dort eine geräumige Höhle gegraben und da ~90% ihrer Zeit verbracht, also schien sie sich dort recht wohl zu fühlen :).

    Ich habs zwar neulich "aufgefüllt" und neu gemacht, weil sie bei einer ihrer peu-a-peu-Grabaktionen die stützende Erde unter der Korkröhre entfernt hat und diese abgesackt ist, aber ansonsten hätte ich das so belassen und hatte nie den Eindruck, dass ihr der komische Bodengrund irgendwie unangenehm wäre oder so.; hat sich sogar drauf gehäutet.

    Umgebungstemperatur/Heizungsluft und damit Luftfeuchtigkeit ist nicht ganz unwichtig.

    Hab hier in der Ecke, wo die Spinnen stehen, ein Thermo-/Hygrometer liegen und da sieht man gut, dass die LF von 40-55% (außen, fürs Terrarieninnere über den Daumen gepeilt +10% durch den Trinknapf) in Frühling-Herbst im Winter mit trockener Heizungsluft auf ~30% oder so runter geht. Und das zeigt meine Geni dann auch an, dass ihr das zu trocken ist, weil sie dann nämlich anfängt, ständig auf oder neben dem Wassernapf rumzuhängen, weswegen ich dann den Bodengrund anfeuchte (siehe Wolfram). Dann ist sie wieder glücklich und hängt nicht mehr ständig beim Wassernapf rum.

    Wenn man sich nicht sicher ist, ob die Spinne frisst, kann man auch das Beutetier mit der Pinzette festhalten und in der Nähe des Höhleneinganges ein wenig auf dem Boden zappeln lassen. Wenn die Spinne wirklich Appetit hat, wird man schon bald ein paar Beine aus dem Höhleneingang luchsen sehen und kann das Beutetier loslassen und wenn keine Reaktion erfolgt, kann man das Beutetier gleich wieder mit rausnehmen.

    Sry, aber: Was für ein Theater. Notfallpläne, Führungzeugnisse, Kurse, Ausweise etc. für ein Tier mit der Giftigkeit einer Wespe, damit das Amtsschimmel nochmal wiehern kann und Geld für die Durchsicht eingereichter Unterlagen kassiert?


    Bitte nicht falsch verstehen - ab nem gewissen "Gefährlichkeitsgrad" mag das sicherlich sinnvoll sein, dass sichergestellt ist, dass der Tierhalter zumindest halbwegs weiss, was er da hat und was er macht, wenn was schief läuft.


    Grundsätzlich würde ich aber meinen: Wo keine oder keine relevante Fremdgefährdung vorliegt, muss sich der Bürger auch nicht unter Vorlage von Plänen, Führungszeugnissen etc. vom Staat irgendwas genehmigen lassen.

    Mir ist jetzt keine Statistik bekannt, wie viele unbeteiligte Menschen pro Jahr in der Schweiz, in Österreich, in Deutschland oder sonst wo durch Bisse oder Brennhaare von Vogelspinnen zu Schaden kommen, aber ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte: Sehr wenige bis kaum welche, ergo besteht hier auch kein grundsätzlicher Regelungsbedarf.


    Meinen "Notfallplan" habe ich im Kopf.

    Gebissen? Bissstelle säubern und beobachten, falls Symptome stärker als erwartet ausfallen, ggf. zum Arzt. Und falls sie schnell und sehr viel stärker ausfallen, als zu erwarten wäre: Notruf wählen, da ggf. anaphylaktischer Schock.

    Brennhaare abbekommen? Pfoten waschen, nicht in den Augen reiben oder in der Nase popeln und ggf. den dabei getragenen Pullover in die Wäsche geben.

    Spinne ausm Terrarium ausgebüchst? Heimchendose --> einfangen.