Beiträge von Wolfram Newald

    Hey Steven,


    Wenn es zur Heteroscodra maculata kommt ist dass echt kein gutes Einsteigetier. Sie sind zwar wunderschön aber so scheu dass man sie eigentlich nie zu gesicht bekommt und zudem noch extrem schnell und schreckhaft. Starkes Gift zudem. Keine gute Kombination für Anfänger.


    Natürlich könntest du es trotzdem hinbekommen. Die meißten guten Optionen haben Nachteile, generell würde ich aber Folgende Arten empfehlen:


    Caribena versicolor

    Psalmopoeus irminia


    Beide sind recht gut erhältlich, die C. versicolor hat nur den Makel, dass sie Anfängerfehler in der Haltung nicht so gut wegsteckt (Verträgt keine Stauluft) ist aber vom Verhalten dafür verhältnismäßig ruhig für Baumbewohner und natürlich unglaublich Farbenprächtig. Die P. irminia im Gegensatz dazu meist recht scheu und tickt abgesehen von der Potenz des Giftes (Annahme) alle Boxen wie die H. maculata.


    Das ist so ein Klassische Fall von " Do as I say, not as I do", ich habe mir damals als erste Baumbewohner gleich einen Großteil der Poecilotheria Arten als auch eine H. maculata zugelegt und habe noch keine der beiden Arten die ich dir empfehle selbst besessen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber bereits 3 Jahre Erfahrung. Zudem muss ich leider gestehen, so Toll diese Arten auch sind, die Haltung von Boden- bzw. Rohrenbewohnern ist unkomplizierter und macht mir dadurch bislang eigentlich mehr Spaß.


    MfG,

    Wolfram

    Hey Zusammen,


    Mittlerweile gibt es ja schon wieder neue Importe. Chilobrachys sp. "tropical blue" war das letzte was ich diesbezüglich gesehen habe. Die haben den blauen Schimmer sogar auf der ventralen Seite vom Prosoma wenn mich nicht alles täuscht. Ich muss schon sagen bislang gefallen mir Chilobrachis sp. echt gut. Sehr anpassungsfähige unkomplizierte Tiere.


    Und ich denke dieses Verhalten hat vermutlich mehr mit der Einrichtung (Haplotank oder doch normales terrestrisches Terrarium, etc.) und in zweiter Linie auch mit der Gewöhnung an das Umfeld zu tun, als mit der Art selbst. Zumindest wenn es so unterschiedliche Erfahrungen zu geben scheint. Wenn für die Tiere Erschütterungen des Regals zur Tagesordnung gehören werden sie sich an diese gewöhnen und trotzdem sichtbar sein. Dann kommt noch dazu dass jedes Tier sich individuell anders verhält, da kann man Glück oder Pech haben.


    Mein Chilobrachis sp. "Kaeng Krachan" Männchen war zum Beispiel bis zur RH immer nur in der Höhle oder im Eingang, seit dem sitzt er gerne im Netz das er rundherum gesponnen hat und zieht sich nur bei gröberer Störung ganz zurück.


    Ein zweites, jüngeres Tier habe ich versuchsweis in eine flache Box gesetzt die bereits die eigentliche Wohnhöhle simuliert und sie gräbt tatsächlich garnicht und spinnt nur alles zu. Man sieht das Tier also immer (zumindest bis die Schicht dicker wird). Zum Füttern reicht ja auch ein kleiner Spalt. Die Box steht üblicherweise dunkel, so fühlt sie sich dann auch nicht übermäßig bedroht und es reicht locker bis ich ein Endterrarium besorge.


    MfG,

    Wolfram

    Hey Stivitri,


    ist dass deine erste Vogelspinne? Viele der Vogelspinnen Nord- und Südamerikas besitzen am Abdomen sogenannte Brennhaare (urticating setae) , diese können sie mit den hinterbeinen Abstreifen und auf Feinde schleudern. Zum Beispiel in die Nase und Augen eines räuberischen Säugetieres, dass versucht die Spinne aus ihrem Bau zu graben.

    Bei der Häutung regenerieren sich diese Brennhaare wieder vollständig.


    In Gefangenschaft reagieren manche Spinnen auf Störungen ebenso, und gerade adulte Männchen, die sich normalerweise nichtmehr Häuten weißen oft so einen kahlen Hinterleib vor, und wandern getrieben von dem Drang eine Partnerin zu finden ständig umher. Oft fressen sie monatelang nichts, bis sie schlussendlich nach ~1-2 Jahren zugrunde gehen. Das Verhalten muss also garnichts mit den Bedingungen im Terrarium zu tun haben.


    Ist das Tier bereits adult, mit 5 Jahren würde das ca. passen? Magst du vielleicht ein Bild von deinem gesammten Setup posten? Vielleicht auch eines von dem Tier? Dann können wir dir leichter konkrete Tipps oder Änderungsvorschläge geben.


    MfG,

    Wolfram

    Thx Leute,

    Gut zu hören das beruhigt mich auch etwas, nachdem sie mir die Pflanzen angeknabbert haben war ich etwas skeptisch ob sie nicht bei Gelegenheit doch Schaden anrichten können.


    Ich hab sie aber auch fast überall drin und noch nie ein Problem mit den Spinnen bemerkt.


    MfG,

    Wolfram

    Na ja, dass hört man immer und Großteils ist es auch richtig dass sie keine Bedrohung darstellen, allerdings kommt es dabei meiner Ansicht nur auf die Konzentration an Asseln an.


    Wenn man einmal gesehen hat wie 20-30 Asseln (andere Art) gemeinsam eine frisch gehäutete Schabe beim lebendigen Leib fressen traut man auch den weißen Asseln nichtmehr wirklich über den Weg, trotz minimalistischer Proportionen.


    Sobald man sie mal wo drin hat wird man sie eh nichtmehr los und sie haben bei mir schon junge Triebe einer Sansevieria die gerade erst aus dem Boden geschossen sind abgefressen. Alles in Bodennähe ist für sie fair-game. Daher kann man dann leider die Terrarienerde dann auch nichtmehr für Zimmerpflanzen nutzen...


    Den Spinnen haben sie aber bislang noch nichts angetan und diese

    schützen sich ja bei der häutung eh mit einer Matte auf die die Asseln nicht draufgehen. :O

    Sie sind auch echt eine gute Cleanup-Crew aber mir bereiten sie mehr Kopfzerbrechen als freude...


    MfG,

    Wolfram

    Hey Irene,


    also offiziell wurde ein weibliches Tier das mit Lampropelma sp. "Borneo Black" bezeichnet war erst als Unterart von Lampropelma nigerrium arboricola beschrieben (Schmidt & Barensteiner, 2015a), allerdings war dass wohl ein Tier aus dem Hobby ohne Fundort oder Lokalität.


    Später wurde sie dann ohne neue Untersuchung am Holotyp, also rein Aufgrund der morphologischen Daten aus der ersten Punlication, in die Gattung Phormingochilus versetzt und als die Art Phormingochilus arboricola akzeptiert (Gabriel & Sherwood, 2019c).



    Soweit ich das jetzt interpretieren kann sind unsere Tiere im Hobby damit offiziel Phormingochilus arboricola, mann muss sich also nicht fragen ob auch wirklich die richtige Art gesammelt wurde, aber die Art steht dafür auf sehr wackligen Beinen da sie nicht auf normalem Weg beschrieben wurde?



    Ich kenne mich mit dem Prozess der Artbestimmung nicht so gut aus aber ich habe meine bedenken was die erste Publication angeht.



    Hast du dein Weibchen selbst großgezogen? Ich habe letztes Jahr in Prag zwei Spiderlinge der Art (Lampropelma sp. "Borneo Black") gekauft und habe seither den neuen Namen akzeptiert, auch wenn er jederzeit über den Haufen geworfen werden könnte. Ich hätte auch gerne irgendwann so ein tolles Weibchen wie du, kann naturlich sein dass ich Pech habe und es nur Männchen werden. Ab wann zeigt sich denn der Sexualdimorphismus?


    Hier ist eine der beiden 0.0.2:


    MfG,

    Wolfram

    Servus Zusammen,

    mal ganz davon abgesehen dass es offiziell keine Grammostola porteri mehr gibt sieht das Tier find ich garnicht wie eine G. porteri bzw. G. rosea aus....


    Das Prosoma wirkt viel länglicher, ich kenne auch die goldenen? Streifen auf den Chelizeren nicht so von Grammostola sp. abgesehen davon bin ich mir unsicher ob das Tier überhaupt einen Brennhaarspiegel, wie ihn Grammostola sp. besitzen aufweist. Dafür ist mir das Bild zu unscharf.


    mfg, Wolfram

    Hey Larissa,


    manches mal verhalten sich die Tiere einfach anders als wir es erwarten würden, oder von ihnen gewohnt sind. Im Endeffeckt kann man ihnen nur ein passendes Umfeld bieten und machen lassen wie sie wollen.


    Wenn du wirklich Tipps haben möchtest bezüglich der Einrichtung, kannst du ja ein paar Bilder zu deinem Setup posten. Ich und andere Mitglieder können dir dann helfen, bzw. dir sagen was wir an deiner Stelle beibehalten oder ändern würden aber es gibt nicht nur einen richtigen Weg die Tiere gut zu versorgen. Das Verhalten der einzelnen Tiere kann man aber mit der Einrichtung trotzdem nur bedingt steuern, denn jedes Tier verhält sich anders.


    Nur als kleine Anmerkung, es gab eine Revision der Gattung Brachypelma im Jahr 2020 (https://wsc.nmbe.ch/species/37245/Tliltocatl_albopilosus) und sie wurde in zwei Gattungen aufgespalten. Brachypelma und Tliltocatl. Dein Tier wurde dabei umbenannt und die Art heißt jetzt korrekt: Tliltocatl albopilosus oder T. albopilosus.


    MfG,

    Wolfram

    Servus Pascal,


    Bei der Größe sollte man es eh auch schon mit einer ventralen Bestimmung sagen können, dein Tier war ja noch kleiner Alveus und damit schwieriger zu bestimmen.

    Sieht für mich klar nach einem Weibchen aus. Die Epigastralfurche ist sehr breit und sieht auch etwas eröffnet aus, was eigentlich nur bei Weibchen passiert. Männchen haben eine schmälere Epigastralfurche die auch nicht so ein breites Band (english "lip") zeigt und einen haarlosen weißen Punkt direkt zwischen Epigastralfurche und dem "Epiandrous-Fusillae"*-Feld des Männchens.

    Du hast eh ein gutes bild davon Alveus, vielleicht könntest du noch deinen Post dazu hier verlinken. Allerdings schadet es nicht es noch bei der Nächsten Häutung mit einer Exuvie zu bestätigen, denn Fernbestimmungen via Bildern sind immer fehleranfällig.


    Viele Grüße,

    Wolfram


    *kennt jemand zufällig das deutsche Wort dafür?

    Hey,

    ich generalisiere meine Antwort jetzt einmal ein bisschen, aber bei den Temperaturen musst du es nicht umbedingt so genau nehmen. Alles zwischen 18-28°C würde ich für eine A. geniculata und vielen anderen Vogelspinnen als angemessen bezeichnen. Wenn die Temperaturen für eine längere Zeit (Stunden-Tage) außerhalb dieses Bereiches liegt, würde ich anfangen mir Sorgen zu machen.


    An sich entschpricht das etwa den normalen Zimmertemperaturen der meisten Haushalte jahrum.

    Gerade bei kleinen Tieren und vor allem kleineren Aufzuchtboxen/Terrarien währe ich sehr vorsichtig mit Wärmelampen oder Heizmatten, da wird es dann schnell mal zu heiß.

    Mein Rat wäre gänzlich auf eine Heizlampe zu verzichten und eher die Raumtemperatur selbst zu regulieren.


    Man kann ihnen eine Tag-Nacht-Absenkung geben es ist aber nicht umbedingt notwendig. Bei mir erfahren die Tiere z.B. nur von Ende-April bis Ende-Oktober alle Temperaturschwankungen sowie Tag-Nacht Absenkungen da in dieser Zeit meine Fenster, abgesehen von extrem heißen Tagen, 24/7 gekippt stehen. In der kalten Jahreszeit heize ich einfach die ganze Wohnung auf ~19°C. Das sind im Winter dann natürlich keine Idealtemperaturen für die Tiere aber eine Winter/Trockenzeit schadet ihnen im Normalfall auch nicht. Das Ende der Kälteperiode regt sogar viele Weibchen zum Kokonbau an und gerade bei den steigenden Energiekosten bin ich ganz froh dass ich den Raum nicht so stark heizen muss und es meinen jetzigen Spinnen damit trotzdem gut geht.


    Ich bin immer der Meinung man sollte die Dinge nicht komplizierter machen als notwendig, aber jeder hat da seine eigenen Methoden/Haltung.


    MfG,

    Wolfram

    Hey Irene,

    an sich einfach weiterhin als getrennte Arten betrachten. Es ändert sich für uns im Hobby eigentlich eh wenig, da wir als Laien sowieso nicht 100% sicher sein können, dass die Tiere die wir Zuhause sitzen haben wirklich den Arten/ bzw. dem Holotyp der Art entsprechen.


    Du kannst den Artikel eh im WSC nachlesen, essenziell wurde basieren auf den Fundberichten des verloren gegangenen Holotyps von G. rosea ein neuer Holotyp eingesammelt und dieser entspricht laut dem Artikel dem Holotyp von G. porteri. Als solches wird dann einfach das ältere Synonym zum legitimen Artnamen und der neuere verfällt.


    Das heiß jetzt dass es offiziell keine G. porteri mehr gibt aber die Tiere im Handel bleiben optisch klar Unterscheidbar und sollten keinesfalls gekreuzt werden. Wesshalb wir vermutlich wieder zu den alten "Farbformen" wie "RCF", "NCF", etc. zurückkehren um die Tiere von einander zu unterscheiden. Eventuell kommt jetzt eine G. rosea cf. "porteri" oder wie auch immer dazu. Da bin ich selbst gespannt, hoffe aber dass eventuell Martin oder jemand anderes der sich besser auskennt dazu einen Beitrag/ein Video verfasst.


    MfG,

    Wolfram



    Hey Nicole,


    ist a auch total verständlich dass man es gerne möglichst bald nachprüfen möchte. Ich persönlich begebe mich garnicht erst in die Situation in dem ich nur sehr kleine, eindeutig noch unbestimmte Tiere kaufe.


    Ich finde es immer seltsam wenn Leute anscheinend nur Tiere unbestimmt ankaufen und dann, sobald wie möglich, als bestimmte Tiere wieder weiterverkaufen. Ich weiß eh dass es bei dir nicht so ist aber bei vielen der Kleinanzeigen in der "Spidercity" bekommt man schon diesen Eindruck.


    Ich mache daher schon aus Prinzip nicht bei diesen Mikroskopbestimmungen mit. Ich habe zum Beispiel gerade herausgefunden dass meine 7 1/2 Jahre alte G. rosea ein juveniles Männchen ist. Muss mich dann in 5 Jahren vielleicht mal nach einem Halter mit Weibchen umsehen und einen Kokon 50/50 teilen. ;)


    Auch spannend dass der holotyp von G. porteri jetzt endlich mit dem neuen holotyp von G. rosea synonomisiert wurde, macht es aber womöglich noch schwieriger ein passendes Weibchen zu finden... Ich denke wir kehren damit wieder zu den "Farbformen" zurück? Ist auch fraglich ob die Tiere im Hobby auch wirklich den Holotypen entschprechen. Mal sehen wie sich das entwickelt.


    Dieses Hobby braucht echt Geduld :S.


    Schöne Grüße,

    Wolfram.

    Hey Nicole,


    ich würde auch eher davon abraten Tiere ventral zu bestimmen.


    Klar gibt es ein paar Ausnahmen, manche Poecilotheria-Arten lassen sich ventral oft schon früher bestimmen als es ohne Binocular mit einer Exuvie möglich ist, aber auch hier gilt für mich ein Tier erst als Bestimmt, wenn ich eine/keine Spermathek gesehen habe.


    Es ist ganz nett sich an den eigenen Tieren auch so zu erproben, wie du es gerade tust, aber diesen Drang es immer früher wissen zu müssen finde ich nicht sinvoll.


    Grüße,

    Wolfram :)