Beiträge von Jessica A.

    Hallo zusammen,


    Hat wer von euch schon einmal Gespenstschrecken oder andere Phasmiden versendet? Ich weiß, dass das in Deutschland recht üblich ist, habe aber noch nie welche versendet bzw. empfangen.


    Anders als Vogelspinnen brauchen sie ja durchgehend Futter, ich würde also auf jeden Fall kleine Futterzweige mit feuchtem Küchenpapier und Klebeband einpacken, aber wie sieht es mit der Polsterung aus? Alle Schrecken einzeln in kleinen Dosen und vollständig verpackt wie Spinnen? Oder doch lieber alle zusammen in einer großen Dose hängend am Futterzweig mit etwas Polsterung außen?

    Es handelt sich um 2-5 mittelgroße Nymphen, 3-4cm Körperlänge.


    Stabiler Außenkarton mit ordentlich Polsterung ist natürlich Pflicht. Styroporbox wäre mir auch lieb, weil die Nachttemperaturen teils noch unter 10° gehen.


    Ich freue mich über Tipps und Erfahrungen!


    Liebe Grüße,

    Jessica

    Das könnte sein. Sie sind wirklich furchtbar klein. Die adulten Raubmilben hier sind deutlich erkennbar, die Spinnmilben immerhin noch als kleine rote/grüne Punkte, die Futtermilben letztens als weiß/beige Punkte - Und beide waren mit Lupe (25x) deutlich erkennbar. Bei denen hier konnte ich gar nichts sehen. In dem speziellen Terrarium habe ich jetzt nichts gezielt eingesetzt (in einigen anderen gibt es gelegentlich Raubmilben gegen Trauermücken), aber die Erde und die Einrichtung sind natürlich von draußen, da kommen immer ein paar spannende Tiere mit.


    Liebe Grüße!

    Bei der Geschlechtsbestimmung ohne Exuvie bin ich nicht geübt, aber beim Plastiknupsi kann ich dir vielleicht weiterhelfen. Ich habe die bei einigen Terrarien nachgerüstet - Als "Schutzpuffer" oder "Schranktürpuffer" für ca. 2-3€ im 20er Pack. Die Stelle an der Scheibe aber vorher unbedingt gut mit Glasreiniger/Alkohol reinigen, sonst halten die nicht richtig. Je nach Spinne und meiner Position (bzw. der des Terrariums) mag ich es inzwischen lieber, wenn der Nupsi unten an der Scheibe klebt... Manchmal habe ich sogar zwei pro Scheibe. Mich stören sie nicht.


    An einigen Terrarien habe ich auch kleine Alu-Winkel, die mit Silikon festgeklebt sind. Sehr gut anzufassen und stabil, optisch aber deutlich auffälliger als die kleinen Nupsis.


    Wenn ich länger hantiere, stecke ich einen stabilen Stab oder eine kleine Plastikflasche unter die Scheibe. Dann muss ich nicht festhalten. Geht natürlich nur, wenn die Spinne entspannt ist.


    Liebe Grüße!

    Hallo Irene,


    Danke für deine Antwort! Ein paar Schlupfgeschwister zum Vergleich sind da natürlich praktisch (ist das ein Zeichen, dass ich mehr Spinnen brauche?).


    Die Spinne hat die Nacht in der Wasserschüssel verbracht und ist jetzt wieder an ihrem Sonnenspot. Merklich dünner geworden ist sie nicht.


    Im Wassernapf schwamm kein Kot, dafür aber feine (Brenn-?)Haare, so weit ich das erkennen konnte, und außerdem ein paar extrem kleine Milben(?). Ich hoffe mal, dass das nur Futtermilben o.ä. waren, die Durst hatten. Die Spinne selbst hat keine auffälligen Flecken oder Punkte und putzt sich nicht auffällig viel.

    Ich warte weiterhin auf eine Häutung.


    Aus Interesse habe ich trotzdem ein Video der kleinen Tiere und ein paar unscharfe Fotos gemacht, allerdings kam ich mit meinem Stereomikroskop etwas an meine Grenzen. Das müsste ca. 100x Vergrößerung sein. Das erste ist noch im Napf entstanden, danach habe ich die Tiere versucht, auf einen Objektträger zu übertragen und sie dabei etwas zerquetscht? Oder ganz andere fotografiert.


    Liebe Grüße!

    Hallo,

    die Diskussion ist ja nun schon über ein Jahr her, aber ich schließe mich trotzdem mal an:

    Bei einem Harpactira pulchripes Spiderling von 1cm Körperlänge hab ich mal eine Verstopfung mit Wattestäbchen und warmen Wasser lösen können. Er schied danach einen etwa 2cm langen Kotstreifen aus. Das Abdomen war danach sehr viel schlanker.

    Woran genau hast du das damals gemerkt, Irene? War er "nur" dick oder konntest du auch etwas sehen?


    Meine B.emilia war vor ein paar Monaten unerwartet sehr rund, obwohl ich eigentlich gar nicht gefüttert hatte. Ich konnte aber auch nicht ausschließen, dass sie irgendwo in ihrer Box noch einen dicken Mehlwurm gefunden hatte (die verstecken sich so schnell, wenn die Spinne gerade keinen Hunger hat... was bei der B.emilia gelegentlich vorkommt). Sie verhielt sich aber ansonsten normal. Nachts in der Höhle, tagsüber vor der Höhle oder zum "Sonnen" an der Scheibe. Daher tippte ich auf "fett gefressen" und gab kein Futter mehr.


    Seit etwa einem Monat habe ich den Eindruck, dass sie endlich wieder abgenommen hat und war dementsprechend beruhigt. Also wirklich keine Verstopfung und auch weniger Verletzungsgefahr (sie ist erstaunlich kletterfreudig, und auch wenn es eigentlich keine scharfen Kanten in ihrer Box gibt, bin ich da immer etwas nervös - sie sah fast aus wie eine Zecke :wacko:). Gleichzeitig schien ihr Abdomen dunkler zu werden. Also doch eine Häutung?


    Vorhin habe ich dann Wasser gewechselt und fand sie direkt darauf in ihrem Wassernapf. Allerdings nicht trinkend, sondern badend. Das hintere Beinpaar und die Hälfte ihres Abdomes steckten im Wasser. Das ist seit etwa 14 Uhr so. Als ich gerade ein Foto machen wollte, habe ich natürlich gewackelt und sie ist ein Stückchen nach oben geklettert, aber zumindest ein bisschen ist noch im Wasser.


    Tut mir leid für die schlechte Bildqualität, das ist ein Handyfoto zwischen Behälter und Regalwand durch milchiges Plastik :wacko: Ich wollte sie nicht zu sehr stören, falls sie da etwas Wichtiges macht.


    Jetzt frage ich mich doch etwas, ob sie gerade versucht, eine Verstopfung aufzulösen? Ein Wasserbad dürfte ja ähnlich wirken wie ein nasses Wattestäbchen. Aber dann hätte sie eigentlich nicht abnehmen dürfen, oder?

    Oder habe ich einfach eine sehr reinliche Spinne? Oder war es ihr nach dem Gießen etwas zu feucht (der Wassernapf ist minimal übergelaufen, damit die Sukkulente auch mal etwas Wasser bekommt) und sie drängt sich an die Lüftungsfläche?


    Liebe Grüße!

    Hallo,


    es gibt eine Liste von Tierarztpraxen, die Vogelspinnen behandeln. Ich glaube zwar auch, dass es in deinem Fall nicht so viel zu machen gibt (bis auf eine Entfernung von verbrannten Beinen, falls die bei der nächsten Häutung Probleme machen), aber vielleicht bieten die eine Beratung per Foto und Telefon an?


    http://www.arachnomedicine.de/liste_deutschland_de.html


    Anderes Tier und andere Verletzung, aber meine Phyllium giganteum mit nur zwei vollständigen Beinen habe ich jetzt mehrere Monate durchgepflegt. Sie konnte weder auf einem Blatt hängen, noch stehen. Setup war wie bei Irene: Flache Dose mit nassem faltigen Küchenpapier und reichlich Blättern, 1-2x täglich neu positioniert, damit sie im Liegen drankam. Inzwischen hat sie sich gehäutet und immerhin vier Beine.


    Mit genügend Wärme, Feuchtigkeit und Futter kann auch eine Spinne es unter Umständen bis zur nächsten Häutung schaffen. Vielleicht verrät der Züchter dir, wann die letzte Häutung war? Dann hättest du einen ungefähren Zeitrahmen.

    Gerade die Slings häuten sich ja häufig und haben es leichter, Beine zu regenerieren.


    An deiner Stelle würde ich auch schauen, ob sie noch Kot absetzt (wäre ein gutes Zeichen) und in Erfahrung bringen, ob die kaputten (steifen?) Beine bei einer Häutung gefährlich sein könnten.


    Alles Gute der kleinen Spinne!

    Jessica


    P.S.

    Beim Versand kann ich dir nur immer eine Styroporbox und bei kühleren Temperaturen auch ein Heatpack empfehlen. Man weiß nie, ob sich etwas verzögert oder die Lagerhallen/Transporter beheizt sind. Mein Paket von Irene hat letztens einen Tag beim Nachbarn verbracht (trotz meiner Anwesenheit... :rolleyes:), aber so gut, wie es verpackt war, hätten die Tiere das locker auch vor der Tür überstanden (wobei ich sie dort schneller gefunden hätte als bei meinem Nachbarn).

    Hallo zusammen,


    ein spontaner Mitternachtsgedanke... Vor kurzem hat ein aufmerksamer Besucher bemerkt, dass meine Avicularia sp. "pinke Füße" haben. Ich konnte ihm zwar erklären, dass der englische common name "pink toe tarantula" lautet und alle mehr oder weniger pinke/weiße/rote "Füße" haben, aber auf die Frage, weshalb das so sei, wusste ich nicht so recht weiter :/


    Er wandte ein, dass die Spinnen auf den dunklen Blattunterseiten oder auf der Korkrinde gut getarnt sind, aber trotzdem sehr leicht durch die hellen Haare an den "Füßen" auffallen. Die rein braun-schwarze Färbung meiner Tliltocatl sp. ergibt für ihn mehr Sinn. Oder die Hapalopus sp. mit ihrer "Warnfärbung". Oder Poecilotheria sp. - Grundsätzlich gut getarnt, aber auch "warnende" Farben, die in der Drohgebärde schön zur Geltung kommen.


    Er hat schon Recht. Irgendeine Funktion hat die helle Färbung an den Tarsen bestimmt. Gibt es dazu gesicherte Erkenntnisse? Unwahrscheinlich. Aber doch sicher Theorien? Wilde Spekulationen?


    Auf jeden Fall gefallen mir die pinken Tarsen mindestens genau so gut wie das hübsche Tannenbaummuster der Nymphen. Nach dem hat mein Besuch zum Glück nicht gefragt :D


    Mitternächtliche Grüße,

    Jessica

    Die Gewächshäuser in unserem botanischen Garten und das Institut für Pflanzenökologie bei uns sind seit Jahren mit Periplaneta americana(?) befallen.


    Gerade in den Gewächshausern ist eine Eindämmung unmöglich (das sind uralte Gebäude, teils mit Steinen und unendlich vielen Ritzen, unendlich vielen Pflanzen und perfekter Temperatur), im Institut wurde schon einiges versucht, aber inzwischen haben sie es aufgegeben. Da hält ja auch jede zweite Person Wirbellose im Büro und will sie nicht gefährden.


    Aber jedes Jahr im Herbst liegen die Tiere zu dutzenden tot vor den Gewächshausern (siehe Foto), wenn es nachts zu kühl für einen Ausflug war. Sie scheinen also wirklich extrem kälteempfindlich zu sein. Tiere evakuieren und den Raum auskühlen ist vermutlich keine Option?


    Ansonsten könnte ich mir Fraßköder vorstellen (müsstest nur sicherstellen können, dass deine Tiere nicht dran gehen - Oder an die vergifteten Schaben). Bei wiederholter Aufnahme müsste das ja irgendwann einen Effekt zeigen... Wenn es nur wenige Tiere sind...


    Wolfram Newald Weißt du zufällig, was für ein Insektenspray das war? Ich habe mir als Jugendliche mal eine Ladung Blaptica dubia vergiftet, nachdem ich Ardap Spray (Permethrin, wie ich danach festgestellt habe) im Hühnerstall benutzt hatte. Das Zeug ist verdammt hartnäckig und hält etwa sechs Wochen, auch nach Kontakt mit Wasser.


    Der extreme Milbenbefall im Hühnerstall war danach weg, aber Vogelspinnen wäre es wohl ähnlich ergangen :wacko:

    Hallo Irene,


    du scheinst ja eine erfolgreiche Spinnenflüsterin zu sein :D


    Ist dir nicht auch mal ein Männchen in die Transportdose gesprungen, als du ihm gesagt hast, dass es auf ein Date geht?


    Dann hoffen wir mal, dass der Alte bald zu seinem Date reisen darf (und problemlos in die Box einsteigt) und dir im Gegenzug vielleicht ein paar Spiderlinge verschafft.


    Meine Spinnenflüsterei beschränkt sich bisher darauf, die Caribena versicolor mit dem Staubsauger aus ihrer Wohnröhre zu locken. Das klappt zuverlässig.


    Meine Mitbewohnerin kann ein paar meiner Tliltocatl sp. an die Scheibe locken, wenn sie singt <3


    Liebe Grüße!

    Hallo,


    ich habe vor ein paar Jahren Nematoden in einem einzigen Terrarium eingesetzt und hatte daraufhin einen Ausfall (T.vagans), die sich jedoch auch kurz vorher gehäutet hatte. Ich weiß bis heute nicht, ob es ein Häutungsfehler war (sie hat keine Nahrung aufgenommen, ist aber auch sehr merkwürdig gelaufen), oder ob es doch an den Nematoden lag. Eigentlich sind die ja auf Trauermückenlarven spezialisiert und sollten nicht auf Spinnen gehen.


    Aber ich war trotzdem unsicher und habe seitdem nur noch Raubmilben (Hypoaspis miles) eingesetzt, die übrigens auch deutlich besser gewirkt haben - Vermutlich, weil sie nicht von den weißen Asseln gefressen wurden.


    Das ist jetzt kein besonders aussagekräftiger Beitrag, es war schließlich nur ein Terrarium, ein Tier und kann einfach Zufall gewesen sein.


    Aber falls du in Zukunft eine Alternative zu Nematoden suchst, kann ich die Milben empfehlen.

    Hallo Irene,


    ich hatte nur noch den 30er-Würfel im Kopf mit den sehr unterschiedlichen Größen. Die eine war ja nur halb so groß wie die Große. Interessant, dass die Männchen in der anderen Gruppe dann so viel gleichmäßiger gewachsen sind.

    Aber das mit dem Größenunterschied ergibt Sinn, eine doppelt so große Spinne ist deutlich bedrohlicher als eine gleich große, da kann man sich auch eher mal begegnen.


    Für Zufall war es mir etwas zu synchron, die ganze Scheibe haben sie ausgenutzt :D Das sind meine ersten Tiere, die direkt ohne Zwischenraum "Scheibe an Scheibe" wohnen, da sie sich einen Halogenspot teilen müssen.


    Ich habe ja seit kurzem auch ein Tliltocatl albopilosus Weibchen von Irene. Im Moment ist es sehr scheu und verbringt sehr viel Zeit in seiner Wohnhöhle, deren Auswurf die gesamte Inneneinrichtung begraben hat. Für einen Kokon ist es noch zu jung, aber falls es ähnlich versteckt einen baut, werde ich es wohl auch erst an entflohenen Spiderlingen merken können :D

    Hallo Irene,


    erstmal herzlichen Glückwunsch, dass du die T.albopilosus erwischt hast! Die hatte sich ja wirklich gut eingerichtet.


    Spannend, dass sie sich so anders verhält. Sie war ja auch nicht sonderlich zeigefreudig, ich hatte beim Besuch ja auch nur zwei Beine von ihr gesehen. Aber beides ist kein Wunder, wenn so eine große bedrohliche Spinne direkt nebenan wohnt und man ihr nicht ausweichen kann, weil man plötzlich zu groß für die Lüftungsschlitze ist, durch die man eingedrungen ist :D


    Da wäre es jetzt doch interessant zu wissen, wie sich die Tiere aus deiner Männer-WG verhalten, die ja auch mit anderen Spinnen auf eingem Raum aufgewachsen sind bzw. noch immer wohnen (sofern sie noch alle leben). Vielleicht gibt es da nicht nur große Unterschiede in der Größe, sondern auch im Verhalten?


    Zum Thema "Nähe einer anderen Spinne" habe ich noch ein Foto der Tapinauchenius violaceus, die sich jetzt erstmals vollständig außerhalb ihrer Röhre gezeigt hat und dann über eine Stunde synchron mit der Caribena versicolor im Terrarium nebenan an der Scheibe entlang gelaufen ist. Das war äußerst spannend zu beobachten. Die vorderen Beinpaare waren ständig aufeinander.