Beiträge von AracKnight

    Die Frage ist, ob diese Werte tatsächlich so irrelevant sind. Bei Spinnen ist die innerartliche morphologische Variation ja deutlich geringer als bei Säugetieren und auch wenn wir heute einige bessere Methoden und Merkmale haben, um Arten zu bestimmen bzw. zu unterscheiden, würde ich die Beinformel nicht als gänzlich irrelevant abtun.

    Schön, daß dir das auch aufgefallen ist. Dir ist allerdings entgangen, daß der diesbezügliche Absatz lediglich verschiedene spekulative Formen der Sammlertätigkeit betrifft, und mit dem von dir erwähnten "womöglich also ein adultes Weibchen", nichts zu tun hat.


    Wenn man mal schaut, standen lediglich 8 Exemplare zur Untersuchung zur Verfügung. 4 davon fallen auf Grund ihres Entwicklungsstadiums raus, eines ist der Holo und eines der Paratyp. Ich vermute einfach mal, dass die anderen zwei Weibchen keine anderen relevanten Charakteristika in die Untersuchung eingebracht hätten und man daher einfach eines der 3 genommen hat.



    Dafür weis ich umso genauer, daß ich überhaupt keine Probleme habe. Weder mit der Längenmessung der Beine, noch mit der Meßgenauigkeit der Geräte. Digitale Meßschieber, gehörten schon vor 30 Jahren zu meiner Standardausrüstung.Etwas belustigend ist allerdings deine schon naive Gläubigkeit, mit der du Maßangaben im µm Bereich unter Zuhilfenahme von "aber wenn man" und "mit den entsprechenden Geräten" als die absolute Erkenntnis aller Dinge verscherbeln willst ohne zu berücksichtigen, daß es sich hierbei nicht um anorganisches, sondern um organisches, durch physikalisch beeinflußtes Umfeld wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit usw. Material handelt. Ebenso wie Frischtote und Tote zwangläufig verschiedene Ergebnisse bringen, wenn man nicht baldigst - was immer das kurzfristig auch sein soll - vor Ort, sondern anderweitig zeitversetzt mit den entsprechenden Geräten hantiert.


    Mit Naivität hat das nichts zu tun ;)
    Fig. 1 zeigt das lebende Holotypmaterial. Unter "Material and methods" steht allerdings:

    Zitat


    Specimens have been stored in 70% ethanol and the type series is housed in the collection of the Bombay Natural History Society


    Es ist also wohl davon auszugehen, dass man "baldigst" entsprechende Konservierungsmaßnahmen getroffen hat, so dass physikalische Prozesse keinen relevanten Einfluss auf das Material genommen haben.
    Hinzu kommt, dass ein ausgehärtetes Chitinexoskelett weit weniger anfällig für diese Einflüsse ist, als anderes organisches Material und vor allem, dass jegliche Einflüsse, die auf eines der Beine eingewirkt haben, auch das andere betroffen haben dürften, so dass die Annahme, dass zumindest die Relation zwischen den Beinen nicht wesentlich verändert wurde, durchaus gerechtfertigt ist.
    Wenn du daran zweifelst, kannst du ja eine Messreihe starten, wie die Beinlängen unter verschiedenen physikalischen Einflüssen über die Zeit variieren.


    In der Zeit stelle ich mir lieber die Frage, warum Bein I beim Holotyp knapp länger als Bein IV ist, aber beim Paratyp deutlich kürzer. Wenn man bedenkt, dass als Beinformel 1423 angegeben wird, ist das nämlich tatsächlich eine Frage, die genauerer Betrachtung wert ist.


    Fragt man sich doch bei diesen Werten, woher die schon recht erheblichen Unterschiede bei Holotyp und Paratyp kommen?


    Vlt wegen:

    Zitat

    3.2. Description of holotype female BNHS SP115 (Fig. 1)
    carapace 18.26 long
    [...]
    3.3. Details of paratype female BNHS SP 116 (Fig. 4)
    Carapace 11.57 long


    Seite 483f.



    Wie und womit haben die denn das ausgemessen und unter welchen Voraussetzungen?


    Steht doch in Kapitel 2, Seite 481:

    Zitat

    Measurements of body parts were taken with a MitutoyoTM Dial Calliper.


    Kurz und knapp:
    Der Paratyp ist deutlich kleiner als der Holotyp, im Gegensatz zu diesem womöglich also kein adultes Weibchen, entsprechend ist es nicht überraschend, wenn die Länge der Beine merklich abweicht.
    Ich weiß nicht genau, was für Probleme du mit der Längenmessung der Beine hast, aber wenn man die Beine anständig ausrichtet, sind 10µm Messgenauigkeit mit den entsprechenden Geräten kein Problem. Selbst billige Mikrometerokulare können da mithalten.

    Im Idealfall sollten doch alle Gattungen monophyletisch sein, sofern ich den Begriff nicht falsch verstanden habe. Soweit ich weiß beschreibt monophyletisch ein Taxon, das genau alle Nachfahren einer bestimmten Stammart enthält, das sind in der Regel dann mehr als einer :P


    Aber ja, Kankuamo ist richtig :)

    Dann gebe ich mal einen Tipp.
    Bastians Ansatz war richtig, es geht um die Übersetzung der beiden Begriffe aus dem griechischen, aus denen der Gattungsname zusammengesetzt ist.
    Die beiden Begriffe lassen sich als "nah" oder "benachbart" sowie "Sohle" übersetzen.


    Ein Tipp für alle, die kein griechisch können und auch nicht mehr lernen wollen :P
    Die ältest beschriebene Art dieser Gattung wurde 1897 zunächst in einer anderen Gattung beschrieben, die jüngst beschriebene Art 2013.

    Du bist auf der richtigen Fährte, auch wenn -pus nicht ganz richtig ist. Das geht aber auch auf meine Kappe, da der adäquatere Ausdruck Sohle wäre ;)

    Ich würde erstmal noch die Fragen von @Gene Blaser und @Joachim Borkenhagen beantworten, dann stell ich gern eine neue :saint:


    Zu Joachims Frage: das müsste Trogloraptor marchingtoni sein


    Zu Genes: keine Ahnung, zum einen hätte ich schon Probleme bei der Definition von sozial, zum anderen wüsste ich es nichtmal bei den Theraphosidae genau und da kenne ich mich nunmal mit Abstand am besten aus.
    Ich würde jetzt einfach mal raten: 1248