Beiträge von ElizaDay

    Also ist es deiner Meinung nach sinnlos, mich hier anzumelden?


    ich wollte grundsätzlich keine Diskussion starten, habe auch nichts gegen ein offenes Gespräch.


    Ich habe einen Beitrag erwähnt, der mich dazu veranlasste, mich hier anzumelden. Es wurde erwähnt, dass sich hier keine Phobiker treffen, was ich nicht zwingend ändern will aber ich dachte, wenn jemand hier vorbei schaut, der einen extremen Phobiker sucht, wäre einer da.
    Hätte ich diesen Ausruf früher gesehen, hätte ich bei der Studie unbedingt mitmachen wollen, mehr aus Neugier aber auch, weil es evtl ja geholfen hätte...


    Ausserdem möchte ich mich gerne mit den Tieren beschäftigen und finde es daher ganz gut, einen tiefen Einblick in die Inhalte haben zu können. An den Gesprächen werde ich mich kaum beteiligen können. Aber evtl hilft es, oder bringt mich ein Stück weiter, wenn ich von anderen lese, wie viel Freude sie an Spinnen haben und entspanne mich dadurch.


    Erwartungen an das Forum und seine User habe ich keine, ich habe auch nichts dergleichen geäussert. Ich fand es bloss angemessen, mich kurz näher vorzustellen, zu erklären, warum ich hier bin obschon ich keine Spinnen habe.


    Ich habe positiven Zuspruch hier erhalten, der mich ermutigt, mir evtl tatsächlich eine VS zu kaufen, danke auch an das nette Feedback von Noel. Mehr will ich auch gar nicht.


    Ihr werdet mich nicht bemerken.


    tut mir leid, wenn ich hier irgendwen vor den Kopf gestossen habe. Ich sehe zwar nichts Falsches an mir oder meinem Text, oder an der Idee diesem Forum beizutreten, aber ich will auch niemanden provozieren also schweige ich lieber.

    Mein Freund will mir weder die Angst nehmen noch habe ich daran gedacht, dass er sie mir nehmen könnte. Das hast du falsch verstanden. Aber er hilft mir, indem er sie aus der Wohnung eskortiert.


    Hypnose oder Therapie - spielt keine Rolle, so oder so muss ich dann irgendwann einen Feldversuch starten. Ich selber bin eben davon überzeugt, dass mir nur etwas hilft, was das tief verankerte Übel beseitigt, statt es mit neuen Erfahrungen zu überdecken.


    Ich bin auch nicht hier, um Eure Fähigkeiten, jemandem die Phobie zu nehmen, zu hinterfragen. Ich habe dieses Forum nicht als Therapeuten-Forum verstanden sondern als Forum von Tier-Liebhabern. Also wollte ich mit dieser Aussage sicher niemanden hier indirekt angreifen.


    Ausserdem fehlt mir so oder so das Geld dazu.


    @Noel
    Danke für deine Worte. Glaub mir, ich hab mir sogar schon überlegt selber eine Vogelspinne zu halten. Ich finde, es sind faszinierende Tiere. In Bezug auf die fiesen Winkelspinnen und eben meinen Erlebnissen als Kind denke ich aber wäre es nicht die Lösung. Reine Vermutung.


    und mein Partner findet sie eher weniger ansprechend ;)

    Als ich ganz, ganz klein war, hat meine Schwester immer wie am Spiess geschrien, als sie eine Spinne sah. Sie ist 4 Jahre älter als ich. Zu Silvester hatten wir immer Tischbomben, jede hatte meistens eine schwarze Gummispinne drin. Ich hatte bereits früh die Reaktion von ihr abgekupfert also hatte ich als Kind fürchterliche Angst vor diesen Gummispinnen. Mein Vater und meine Schwester haben sich einen riesigen Spass daraus gemacht, mich jedes Jahr mit diesen Gummispinnen zu ärgern. Von Jahr zu Jahr wurde die Angst schlimmer und irgendwann, mit etwa 8, 9 Jahren fing ich an zu weinen, wenn die Tischbomben kamen.


    Ich muss erst was vorausschicken: Mein Vater ist sich heute bewusst, wie falsch sein vermeintlicher Spass war.


    Jedenfalls ist meine Schwester mir oft mit der Spinne nachgerannt oder hat sie mir entgegengeworfen, und zwar nicht nur an diesem Abend sondern meist noch mehrere Wochen darauf. Mein Vater versteckte sie hingegen manchmal unter meiner Decke oder in meinen Schuhen - Alles Schreckmomente. Sie fanden das lustig, sich immer wieder neue Streiche mit den Gummispinnen auszudenken, obwohl oder gerade weil ich immer flüchtete und total verängstigt geweint habe. Irgendwann waren die Tischbomben Geschichte, aber ich kriege heute noch sofort Bauchschmerzen, wenn ich Gummispinnen sehe. Und wenn ich einer echten Spinne begegne, leide ich danach noch ein, zwei Wochen lang darunter.


    Das ganze ist so stark mit meiner Psyche und mit Erlebnissen aus der Zeit, in der ich geprägt wurde, Kind war, verflochten, dass ich stark bezweifle, dass ich das ohne Therapie hinkriegen würde. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Zwar nie mit Hilfe, aber ich habe mich schon sehr, sehr oft in so einer Situation versucht, zusammen zu reissen, habe mich hingesetzt und mir versucht, bewusst zu machen, dass es ein Tier ist. Von daher kann ich mittlerweile auch mit Zitterspinnen umgehen ohne sie zu töten, sofern ich sie von weitem entdecke. Aber bei dickeren Exemplaren oder in Schreckmomenten versagt mein ganzer Körper.

    Hallo zusammen


    Wie es der Titel schon sagt: Ich habe eine Arachnophobie.
    Ich lese ab und zu hier im Forum. Als ich den Beitrag über die Studie zu Schlaf und Therapieerfolg bei Spinnenphobikern gelesen habe, dachte ich, ich melde mich jetzt mal an. Dann steht Euch wenigstens 1 Phobiker zur Verfügung, wenn Leute für Studien gesucht werden oder wenn jemand Fragen hat. Und es ist tatsächlich so, dass ich Interesse habe sowie begeisterungsfähig und daher auch sehr fasziniert von den Beiträgen hier bin. Ich erzähle Euch ein wenig von mir, falls es den ein oder anderen interessiert.


    Meine Phobie begleitet mich schon seit ich zurück denken kann. Ich weiss auch, wieso ich sie habe und ich weiss deshalb, dass ich sie nur mit Hypnose in den Griff bekommen kann. Ich leide sehr unter der Phobie, im Sommer ist sie sehr präsent und macht mich verrückt. Ich kriege schon Pusteln, wenn ich nur daran denke und ich erkenne am Blick, an der Mimik und Gestik anderer, wenn sie eine Spinne entdeckt haben, die ich übersehen hatte.


    Ich ekle mich aber nicht vor Vogelspinnen, es ist nicht dasselbe mit Vogelspinnen. Ich habe grossen Respekt vor Vogelspinnen und wahrscheinlich auch grosse Angst, wenn ich spontan einer begegnen würde. Aber eben...Angst, nicht Ekel, nicht das übliche Drama.


    Meine "phobische" Reaktion beschränkt sich auf

    • Situationen, in denen ich die Spinne nicht erwarte und mich sehr erschrecke, oder
    • Situationen, in denen ich eine Spinne sehr nah an meinem Körper oder sogar auf meiner Haut entdecke, oder
    • Spinnen ab und bis zu einer bestimmten Grösse, Form, Postur und
    • Geschwindigkeit

    Insofern würde ich ganz bestimmt Amok rennen, wenn ich in Australien eine Vogelspinne in Tellergrösse an meinem Duschvorhang entdecken würde. Überhaupt ist Australien wunderschön, aber nie im Leben würde ich freiwillig dahin reisen. Seit ich einen Beitrag über die Atrax robustus gesehen habe, ist die Wahrscheinlichkeit einer Reise nach Australien von "sehr wahrscheinlich nicht" auf "Hau bloss ab mit Australien" gesunken.


    Ich darauf reagiere?
    Nun, das kommt immer auf die Situation drauf an. Bei mir hauste letztes Jahr über den Sommer eine Zitterspinne, die ihr kleines Eigentumsnetz über die Wochen zu einem Hängeanwesen ausbaute. Ich habe sie weder raus gescheucht noch getötet. Sie blieb in meinem Blickfeld, aber gestört hat sie mich nicht. Ich bediene mich eines extremen Erlebnisses, um das zu schildern:


    Im Ankleidezimmer unserer Wohnung lag mein Rucksack, den ich nach meiner letzten Tauchreise kaufte. Der lag schon eine ganze Weile da, wahrscheinlich mindestens 6-8 Monate und er war staubig. Wieso weiss ich nicht mehr, aber ich wollte ihn meinem Freund zeigen. Ich ging also ins Zimmer, hob den Rucksack hoch und präsentierte den, Rückseite gegen mich, Vorderseite gegen ihn. Ich drehte den Rucksack stolz ein wenig, weil er mir so gut gefällt. Da entfährt meinem Freund ein "WHUOOOOOOOU".


    ZACK! Rucksack landete auf dem Boden und ich rauschte über das Wohnzimmer in den Garten. Ich hielt dort erst mal an, kreischte leiste und krampfhaft vor mich hin und fing an, alle meine Muskelpartien anzuspannen. Es krabbelte und kribbelte auf meinem ganzen Körper, ich kratze mich überall und "streifte" die immaginären Spinnen auf meiner Haut ab. Ein Haar fiel von meinem Kopf auf meine Schulter, ich schrie auf wie eine Sau im Schlachthof, schlug mir selber auf die Schultern und hüpfte ein paar Meter weiter weg. (Jetzt wo ich das hier erzähle fängt es überall an meinem Körper an zu kribbeln...)


    Wenn ein Phobiker etwas über die Grösse einer Spinne erzählt, sollte man diese mindestens halbieren. Aber sogar mein Freund musste sich überwinden, wieder ins Zimmer zu gehen. Ich für meinen Teil stand ein paar Stunden im Garten und hüpfte im Kreis.
    Nun, er kennt sich ein wenig aus und konnte mir sagen, dass das 3 Winkelspinnen waren, die an der Rückseite des Rucksacks klebten und er sie nur sah, weil sie sich bewegten, als ich den Rucksack drehte.


    Bitte seid nicht böse auf mich, wenn ich sage, dass wir (also eigentlich er aber ich übernehme mit die Verantwortung) die Spinnen nach einer ewigen Rumhampelei gefunden und gleich erschlagen haben. Er zeigte mir danach den Fleck wo sie klebten und dann war vorbei. Ich fing an zu schwitzen, zu zittern und musste aus der Wohnung raus.


    Ende der Geschichte
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    Wenn ich eine Spinne (alles was einer Winkelspinne nahe kommt oder ähnlich sieht oder gar ist) in der Wohnung entdecke, kann ich für schätzungsweise 1 bis 2 Wochen keinen Raum mehr betreten, ohne dass mein Freund den Raum vorher abgecheckt hat. Er weiss inzwischen, was abchecken heisst, ich kenne die Orte, wo sie sich gerne aufhalten und er musste es lernen. Die Zeit verlängert sich dann, wenn er tatsächlich bei einem Check eine Spinne findet.


    Aktuelles Problem
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    Heute Morgen war ich in meinem Ankleidezimmer und zog mich um. Mein Freund hatte die Wohnung schon verlassen.


    Als ich die Schuhe aus dem Schuhregal nahm, fielen mir zwei, drei kleine Spinnen an der Wand auf. Ich schaute hoch und das Grauen erstreckte sich über mir. Ich hatte es irgendwie schon erwartet. Dieses mittlere Zimmer bietet Unmengen an Möglichkeiten für eine Spinne, sich zu verstecken. Insofern können es unzählig da drin sein, ich versuchte immer, diesen Gedanken auszublenden.


    Jedenfalls klebten heute Morgen ungefähr 30-50 kleine Babyspinnen an der ganzen Decke und liessen sich teilweise runterhängen. Ich fing sofort an, meine Kopfhaut zu kratzen (und jetzt auch, ich kratze wie verrückt), machte das Fenster auf und die Türe zu.
    Mein Freund wird heute das ganze Zimmer rausräumen und nach dem Urheber suchen (oder den Urhebern). Danach sollten wir wohl überall Fliegengitter installieren, wohl wissend, dass das keine 100%ige Sicherheit bietet.


    Aber ehrlich, hier weiss ich nicht, was ich tun soll, es sind so viele. Ich würde am liebsten die Wohnung in Brand stecken.


    Therapie
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    Meine Krankenkasse will eine Therapie nicht bezahlen, kann ich irgendwie verstehen, irgendwie auch nicht. Leider fehlt mir bis zum Ende meines Studiums das Geld, um einen Therapeuten selber zu bezahlen, bzw. gebe ich das Geld lieber für Nahrungsmittel und halt existenziellen Bedarf aus. Eine "Schocktherapie" ist ferner nicht der Weg, den ich gehen möchte. Nach dem Studium werde ich es aber angehen, es wird eben auch immer schlimmer.


    Und trotzdem bin ich eben so eine Rampensau ( :band: ) dass ich mich dennoch für eine Studie zur Verfügung stellen würde, sofern diese für Tier und Mensch erträglich bleibt. Ich bin ja auch neugierig...


    So, wer es bis hier hin geschafft hat, dem zolle ich meinen Respekt. Ich hoffe, ich habe niemandes Zeit vergeudet :) wenn jemand Fragen hat, bin ich offen, diese zu beantworten.


    LG