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  1. Vogelspinnenforum Schweiz
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Vogelspinnenschwemme

  • tarantZH
  • 3. Oktober 2012 um 14:49
1. offizieller Beitrag
  • tarantZH
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    • 3. Oktober 2012 um 14:49
    • #1

    Hallo Forum,

    die Vogelspinnen vermehren sich bei mir prima. Ich habe jetzt zum dritten Mal Nachwuchs von P. irminia. Ich merke aber immer mehr, dass die Spinnen nur schwer ein neues Zuhause finden. Die Nachfrage ist sehr gering. Ich habe noch etliche andere Slings von anderen Arten, die ich aufziehe. Ich weiss dann aber nicht, was mit ihnen geschieht, wenn sie grösser werden. Sollten sie gross werden und ich finde kein neues Plätzchen für sie, dann platze ich bald aus allen Nähten. Grundsätzlich vermute ich, dass da in den Vogelspinnerhalterstuben einfach zuviel Nachwuchs heranwächst. Es gibt ja bloss eine beschränkte Anzahl Vogelspinnenhalter und die haben auch nur eine beschränkte Aufnahmemöglichkeit für adulte Tiere. Diese leben unter Umständen 20 Jahre und länger. Insofern reicht ein Nachwuchs pro Art eigentlich aus, die Vogelspinnenhalter hierzulande für Jahre zu versorgen. Trotzdem sehe ich, dass viele am züchten sind. Da sind Probleme vorprogrammiert. Wie geht ihr eigentlich damit um? Wie löst ihr das Problem, wenn ihr zuviel Nachwuchs habt? Wie viele Spinnen werdet ihr eigentlich über das Forum, durch Inserate oder durch Börsen los? Auf wieviel % bleibt ihr am Ende sitzen?

    Gruss,
    Micha

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  • Martin Hüsser
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    • 3. Oktober 2012 um 14:56
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Hi Micha

    Das ist der Hauptgrund weshalb ich mich fast komplett von der Zucht von Vogelspinnen verabschiedet habe. Vor 4 Jahren sah das ganze noch anders aus, doch mittlerweile ist der Markt extrem gesättigt und nur wer durch ein extrem breites Angebot an Arten an Börse hervorsticht findet noch den ein oder anderen Käufer. Vorallem grössere Tiere werden besser verkauft als Spiderlinge, welche auch im Geschlecht meist nicht bestimmt sind.
    Ich habe nun einen Grossteil meiner Jungtiere einem Kollegen aus Übersee geschickt, da in seinem Land noch eine rege Nachfrage an den Arten besteht.

    Ich bin gespannt drauf wie das die Leute sehen die doch einen beachtlichen Bestand an Vogelspinnen aufweisen und munter jegliche "0815" Arten , deren Nachfrage bereits stark überstättigt ist, weiterzüchtet.

    Grüsse Martin

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  • Nadine Nyffeler
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    • 3. Oktober 2012 um 15:39
    • #3

    Hallo

    Ich finde das eine sehr interessante Frage. Da auch ich gedenke, in Bälde meine ersten Zuchtversuche zu starten, und auch schon über diese Problematik nachgedacht habe, werde ich diesen Beitrag gespannt verfolgen. Ich für mich, obwohl ich noch keine Zuchterfahrungen habe ... Noch ;) , denke es ist am einfachsten, schon zum vornherein abgeklärt zu haben welche Spinnen ich auf dem Markt überhaupt "loswerde". Das geht unter die gleiche Verantwortungskathegorie wie sich überhaupt eine/diverse VS anzuschaffen, im Hinblick auf die lange Lebensdauer. Und falls wirklich keine Nachfrage besteht, die Spinnen aber schon da sind und wachsen, unschön gesagt, natürliche Selektion walten lassen. Die Slings zusammen lassen, bis sie ihre Anzahl selber reduzieren. Das schmerzt zwar das Tierlieberherz, aber wir haben da wohl keine grosse Wahl... zudem hat man dann, dem rüden aber wahren "Gesetz des Stärkeren" entsprechend, die Garantie, dass auch die Spinnen überlebt haben, die am meisten "Überlebenswillen" an den Tag gelegt haben, und das ist doch schonmal kein schlechtes Kriteriu...
    Das Optimum das man als Züchter, der am Erhalt von Wildbeständen interessiert ist, natürlich tun kann ist, die Tiere in Ihrem ursprünglichen Habitat auswildern zu lassen. Aber das ist natürlich immer eine Kostenfrage, und beim Hinblick auf den Transport ist dies auch keine Überlebensgarantie.

    Ich denke, es ist eben ein totgeschwiegenes, verzeiht die ach so treffende Wortwahl, Thema, was mit zu viel Nachwuchs passiert. Trotzdem wäre es spannend, ob es erfolgreiche Ausweichmethoden gegenüber der "natürlichen Selektion" gibt...

    Ich freue mich auf spannende und lehrreiche Beiträge zu dem Thema :)

    Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben.

  • Ines Meier
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    • 3. Oktober 2012 um 15:44
    • #4

    Hi Micha

    Ich habe genau aus diesem Grund gar nicht angefangen. Hatte ja auch mal den Gedanken, eine Spinne zu verpaaren und ihr einen Thread eröffnet gehabt. Da ich aber nur sehr häufige Arten halte, liess ich es dann sein.

    Man hört ja immer wieder, man könne die Kleinen einfach zusammen lassen, auf dass sie sich selber reduzieren... ich weiss nicht, wieviele Züchter das so händeln und mich würde da auch noch interessieren, ob das überhaupt in jedem Fall funktioniert mit dem sich selber reduzieren? Oder ob man bei der einen oder anderen Art dann auf den 100 erten oder noch mehr Jungspinnen sitzen bleibt.

    Ich bin jedenfalls auch auf Berichte von Züchtern die die häufigen Arten züchten und deren Erfahrung und Ansicht gespannt.

    Gruss
    Ines

  • Martin Hüsser
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    • 3. Oktober 2012 um 15:46
    • Offizieller Beitrag
    • #5

    Hi Gingertox

    Den Arterhalt in allen Ehren, aber solche Möglichkeiten

    Zitat

    Das Optimum das man als Züchter, der am Erhalt von Wildbeständen interessiert ist, natürlich tun kann ist, die Tiere in Ihrem ursprünglichen Habitat auswildern zu lassen. Aber das ist natürlich immer eine Kostenfrage, und beim Hinblick auf den Transport ist dies auch keine Überlebensgarantie.

    sind als normalen Hobby-Vogelspinnenzüchter absolut nicht möglich. Nur als Biologe mit den entsprechenden Papieren und Zuchtbedinungen inkl. geregelter und dokumentierter Entnahme von Tieren aus der Wildnis ist dies möglich, und trotzdem wird es nicht praktiziert da es überhaupt keine Notwendigkeit darstellt - Die Bestände von Poecilotheria sp. in der Natur sind extrem dezimiert, aber nicht durch Tierentnahme sondern durch Habitatzerstörung. Solange wir Menschen weiterhin frisch fröhlich ale Wälder abholzen macht es auch keinen Sinn irgendwelche Tierarten wieder auszuwildern....

    Gruss Martin

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  • Nadine Nyffeler
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    • 3. Oktober 2012 um 16:04
    • #6

    Hallo Martin

    Auch eine gute Antwort, die "Paragraphenreiter"-Problematik hab ich total übersehen, :rolleyes: Justiz vor Willkür!
    Mit deiner Antwort zum Habitat gebe ich dir teils Recht:
    Natürlich ist dies eine berechtigte Aussage, wenn du diese auf Regenwald, Sumpfland und anderen agglomerations und Agrargefärdeten Gebiete beziehst. Da aber bei weitem nicht alle Spinnen solche Gebiete bewohnen muss ich dich berichtigen. Klar, Rohstoffe werden überall gebeutet, aber ich glaube immernoch an das alltertümliche Geben und Nehmen. Vergleiche die Anzahl gewilderter Tiere mit der Anzahl ausgewilderter Tiere und du wirst auf rote Zahlen stossen. Ergo wäre eine Auswilderung nur eine Art "zurückgeben" ...

    Und, mal wirtschaftliche, ökologische und juristische Fakten ausgeschlossen - lieber mehr Spinnen im Wald als noch mehr Menschen... ;)

    Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben.

  • tarantZH
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    • 3. Oktober 2012 um 16:17
    • #7

    Hallo zäme,

    Zitat

    Man hört ja immer wieder, man könne die Kleinen einfach zusammen lassen, auf dass sie sich selber reduzieren...

    Bei kleinen Slings oder gleich ab Mutter, hört sich das ja machbar an und man hat das Gefühl, dass sie sich irgendwie "natürlich" dezimieren. Wenn man die aber bereits separiert hat und sie auch schon zwischen 1 bis 3 cm gross sind, dann hört sich diese Lösung an, wie man früher ungewünschte Katzenbabies dezimiert hat. Man ersäufte sie im Bad oder band einen Stein um den Kopf und warf sie in den See. Wenn wir alle soviel Nachwuchs produzieren, dass man sie nur noch umbringen kann (oder sie sich selber umbringen lässt), dann läuft doch definitiv was falsch. Ich züchte doch nicht Vogelspinnen, damit sie dann selbst zum Futter werden.

    Gruss,
    Micha

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  • marcohoeni
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    • 3. Oktober 2012 um 16:18
    • #8

    hallo zusammen

    das ist schon lange so das der markt übersätigt ist schaut nur mal an den börsen gibt je längeer je mer nur noch vogelspinnentische weil immer mer züchten

    gr marco :thumbup:

  • Rastaspinneli
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    • 3. Oktober 2012 um 16:27
    • #9

    Hallo
    Also diese Probleme haben wir nicht...
    Ich muss halt schon sagen das man sich zuerst Gedanken machen sollte bevor man Züchtet.
    Du kaufst ja auch keine Schlange ohne Terri oder?? Oder ein Hund ohne Leine??
    Katze ohne Katzenklo, Vogel ohne Käfig.....
    Ich könnte noch Tagelang so weiter machen...
    Man muss sich und seine Tiere halt Präsentieren und da reicht der Stammtisch ganz klar nicht...
    Ich habe bis jetzt alle Tiere spätesten nach 2 Jahren verkauft und weiter gegeben es gehört hat etwas Arbeit und Ehrgeiz dazu..
    Ohne Fleiss kein...
    Ich Frage mich einfach was man als "0815" verstehen darf...
    Schön sind alle spinnen auf ihre Art, da sehe ich keine minderwertigen Tiere..
    Dass ist ganz klar Ansichtssache von jedem einzelnen.

    Mfg Pascal

    [Blockierte Grafik: http://www.arachnologen.de/member/arachnologen-member-39547.jpg][/url]

  • Nadine Nyffeler
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    • 3. Oktober 2012 um 16:37
    • #10

    Hallo Micha

    Zitat von Micha L. Rieser

    Wenn wir alle soviel Nachwuchs produzieren, dass man sie nur noch umbringen kann (oder sie sich selber umbringen lässt), dann läuft doch definitiv was falsch. Ich züchte doch nicht Vogelspinnen, damit sie dann selbst zum Futter werden.


    Da muss ich dir definitiv recht geben. Das war ja meine Aussage... besser man schaut wo Nachfrage besteht, statt einfach wild drauflos zu züchten. Man trägt ja selbst viel Verantwortung damit... bitte sei mir nicht bös - ohne dir damit auf den Schwanz treten zu wollen, aber deine irminia ein drittes Mal zu verpaaren nachdem die Nachfrage schon massiv gesunken oder gedeckt ist, war wohl auch nicht die weiseste entscheidung.

    Ich für mich kann sagen, mir würde die Aufzucht der Kleinen an sich ja schon sehr gefallen, und ich glaube, ich bin da als (Noch)-Nicht-Züchter bestimmt nicht die Einzige. Deshalb finde ich, wärs doch eine tolle Sache, wenn man im vertrauten Kreis, Spiderlinge von Haltern aufziehen lässt, die Kapazität haben, und die dann für Verkaufte Tiere z.B. eine Provision als Belohnung bekommen. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich wäre als Anfänger für eine solche Lösung zu haben :) Das wär doch mal ein Ansatz :)

    Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben.

  • tarantZH
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    • 3. Oktober 2012 um 16:46
    • #11

    Hallo Pascal,

    Zitat

    Ich Frage mich einfach was man als "0815" verstehen darf...

    das ist eine gute Frage. Einige Arten, die man früher als 0815 einstufte, sind zwischenzeitlich wieder rar geworden. Das ganze Problem besteht darin, dass das ganze so völlig unkoordiniert abläuft. Die eine Art wird zig-mal gezüchtet und die andere Art gar nicht mehr. Keiner spricht sich ab, jeder macht, was ihm gerade einfällt.

    Ps. Schön, dass du soviel Engagement hast. Ich persönlich habe es nicht. Ich habe nämlich kein Interesse an jeder Börse auftauchen zu müssen umd dort meinen Spinnennachwuchs an die Frau/den Mann zu bringen. Da kann ich die Zeit anderswertig besser einsetzen. - Ich werde also nun noch einen einzigen Zuchtversuch mit Nhandu chromatus wagen, und das auch nur, weil ich den bereits aufgegleist habe, (und das Männchen bestellt habe,) danach ist aber Schluss. Jetzt versuche ich die Slings loszuwerden und wenn ich sie nicht verkaufen kann, dann muss ich sie wohl leider anderswertig dezimieren.

    Meine Zielgrösse in Zukunft sind ohnehin 24 weibliche, adulte Spinnen. 12 Kletternde Arten und 12 Bodenbewohner. Für mehr reicht der Platz und das Geld nicht. Und ich bin eigentlich auch ganz zufrieden mit 0815-Arten, denn diese sind meistens unproblematisch haltbar und machen eigentlich genausoviel Freude, wie eine sogenannte "Rarität". ("Raritäten" sind ja ohnehin Arten, die noch nicht hundertmal nachgezüchtet worden sind oder werden konnten.)

    Gruss,
    Micha

    Ps. @Gingertox:

    Zitat

    bitte sei mir nicht bös - ohne dir damit auf den Schwanz treten zu wollen, aber deine irminia ein drittes Mal zu verpaaren nachdem die Nachfrage schon massiv gesunken oder gedeckt ist, war wohl auch nicht die weiseste entscheidung


    Da hast du natürlich Recht. Trotzdem was zu meiner Verteidigung: Es sind zwei unterschiedliche Ladies, die Nachwuchs gekriegt haben. Und es ist mein erster Nachwuchs nach zig Jahren überhaupt. P. irminia haben zum Glück auch nur sehr wenig Nachwuchs. Ich habe schon gehört von Leuten hier, die hunderte Brachypelmen in Heimchendosen abgepackt habe. Da fallen die paar Irminias gar nicht mal mehr so ins Gewicht. - Aber Recht hast du schon. Hauptsache man zieht irgendwann seine Lehren draus.

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  • Steffen Haller
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    • 3. Oktober 2012 um 17:51
    • #12

    Hoi zäma,

    sehr interessantes Thema, schein gerade in zu sein. Hat das ganze aber nicht den Vorteil, das ihr dadurch Wildfänge in geweisser Art verhindert, weil man ja auch NZ kaufen kann und WF sich dadurch nicht lohnen?

    Gruß Steffen

  • Witwe
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    • 3. Oktober 2012 um 18:19
    • #13

    Könnte man theoretisch nicht Slings von denen man zu viele hat, und die keiner haben will, in den Pflanzenhäusern der botanischen Gärten freilassen? In Berlin habe ich schon ein Vogelspinnen Röhrennetz in einem zusammengerollten Bananenblatt entdeckt. Es könnte eine Avicularia metallica gewesen siein... Im Vogelhaus des Zoo in Berlin gibt es große helle Jagdspinnen so mit dunklen Streifen auf hellem Grund. Die leben dort laut einem Tierpfleger schon seit 10 Jahren und halten die Kakerlaken kurz.
    Es müssen also schon andere Halter zumindest in Deutschland auf diese Idee gekommen sein.

  • Bastian Rast
    Gründer
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    • 3. Oktober 2012 um 18:23
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    • #14

    Hi zusammen!

    Phu... eine der Endlosdiskussionen :)

    Zur Anfangsfrage: Das ist in der Tat ein Problem und da kann wohl niemand sagen, dass er nicht auf einigen Tieren über lang oder kurz sitzen bleibt, wenn alle Tiere aus einem Kokon einzeln aufgezogen werden. Auch wenn man vielleicht die Weibchen irgend wann weg bekommt, die Männchen garantiert nicht. Rechnungsbeispiele habe ich schon ein paar gemacht, da braucht es nicht noch eins.
    An den Kursen die ich gebe, dreht sich ein Teil ja auch um die Zucht usw. Dort ist mein Votum immer, dass man nur dann züchten soll, wenn man den Markt ein wenig kennt, man genug Platz und Zeit hat, die Tiere aufzuziehen und nicht das Gefühlt hat, mit den Tieren Unmengen von Geld zu erwirtschaften. Ich bin auch der Meinung, dass es momentan etwas viele "Züchter" gibt. Der Markt ist mit vielen Tieren gesättigt, obwohl es immer mehr Halter von Vogelspinnen gibt. Darunter leiden eigentlich nur die Tiere, welche dann entweder zu Schleuderpreisen auf den Markt kommen oder aufgrund ihrer Anzahl bei schlechteren Bedingungen gehalten werden können. Das ist dem Menschen aber egal (und ich schliesse mich nicht aus), denn was am Ende zählt, ist die Befriedigung seines Egos.

    Zum Auswildern: Das kannst du vergessen, auch wenn die administrativen Hinderungsgründe mal ausgeblendet würden. Die meisten Arten, die hier gezüchtet werden, bei denen es sich rein von der Bedrohungslage (zu viele Wildfänge dezimieren stabile Populationen) sinnvoll wäre, sind nicht mehr Artrein (bzw. keiner hat mehr eine Ahnung, woher die Tiere kommen). Zudem könnte man so unter Umständen Krankheiten oder Gendefekte (welche durch die Überzüchtung evt. entstanden sind) in verhältnismässig stabile Populationen einbringen, was diese wiederum auslöschen könnte. Mir fallen also mehr Gründe ein, die nicht wieder auszuwildern, als dies eben zu versuchen.

    Schlussendlich ist es für mich auch keine Lösung, die Tiere an jeder Börse, und das sind ja bekanntlich viel zu viele im Jahr, auszustellen und ihnen dann bzw. mindestens während dieser Zeit, Stress pur zu bieten, nur dass ich sie verkaufen kann. Da kann man sich am Ende auch fragen, ob es nicht natürlicher ist, sie sich gegenseitig dezimieren zu lassen.

    Das mit dem Wildfänge verhindern und so.... naja. Man sieht ja gerade wieder im Moment, was da alles so aus Ländern angetragen kommt, von welchen strikte Ausfuhrverbote verhängt wurden. Nachzuchten spielen dabei m.E. eine untergeordnete Rolle. "Das was man hat, das will man nicht und das was man will, das hat man nicht" oder wie heisst es so schön.
    Und noch als Dauerbrenner: Züchtest du Steffen G.rosea nach, ziehst diese 5-7 Jahre auf, um sie dann für 5-20€ das Stück wieder zu verkaufen? Hm... lass mich für dich antworten: Nein :)
    Solange es Käufer für diese Tiere gibt, wird es auch die Händler geben, welche die Tiere einfangen lassen, um sie anschliessend zu verkaufen.

    Wie anfänglich gesagt, ein Thema, welches endlos diskutiert werden kann, da jeder seine eigene Meinung hat und keine wirklich die "Richtige" ist.

    Beste Grüsse

    Basti

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  • tarantZH
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    • 3. Oktober 2012 um 18:49
    • #15

    Hallo,

    ich fände das ja schon cool, man könnte hier im Forum eine Art Einschätzung geben, welche Arten auf dem Schweizer Markt nachgefragt werden und bei welchen schon zuviele Angebote da sind. Hier im Forum gibt es ja viele, die auch regelmässiger auf Börsen präsent sind und das evtl. selbst spüren. Also wäre eine zusammengefasste Sicht mal interessant. Das muss alles nicht 100% korrekt sein, aberkann einen Anhaltspunkt geben. Einen Kompass sozusagen, der sich aus der Schwarmintelligenz ergibt. Bsp.

    Nachfrage besteht bei:
    - [lexicon='Poecilotheria metallica',''][/lexicon]
    - Monocentropus balfouri
    - Avicularia sooretama
    - etc.

    Nachfrage/Angebot halten sich die Waage bei:
    - [lexicon='Chromatopelma cyaneopubescens',''][/lexicon]
    - etc.

    Überangebot besteht bei:
    - Psalmopoeus irminia
    - [lexicon='Brachypelma smithi',''][/lexicon]
    - Avicularia metallica
    - etc.

    Wenn ihr das auch eine gute Idee findet, kann ich da ja mal eine kleine Erhebung durchführen. Ich gebe eine Mailadresse an, ihr schickt mir dort eure Einschätzung, welche Arten eurer Meinung momentan toppen und welche floppen und ich fasse diese in einen Kompass zusammen, den ich dann veröffentliche. Dann weiss jemand, der eine Art züchtet, die die meisten schon für überangeboten halten, dass er wohl oder übel auf dem Nachwuchs sitzen bleiben wird.

    Gruss,
    Micha

    Witwe: Aussetzungen in Zoos, Gärten, etc. ist eine ganz schlechte Idee. Vergleiche: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/…/story/24935229

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  • Martin Hüsser
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    • 3. Oktober 2012 um 19:12
    • Offizieller Beitrag
    • #16

    HI zusammen

    So als Erklärung was ich mit "0815" Tieren meine:
    Tiere deren Nachzucht extrem einfach und für absolut jedermann der ein Weibchen, ein Männchen und einen Platz mit ca. 25 Grad bieten kann zu bewerkstelligen ist und diese Art aufgrund diesen Bedingungen in einem hohem Kontingent auf dem Markt verfügbar ist und zu Schleuderpreisen angeboten werden. Dazu gehören so ziemlich alle Tapinauchenius sp und Psalmopoeus sp. , meine beiden Lieblingsgattungen unter den Vogelspinnen - das noch wegen dem "minderwertig" ;)

    Grüsse Martin

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  • tarantZH
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    • 3. Oktober 2012 um 19:26
    • #17

    Hallo Martin,

    das mit den Schleuderpreisen ist ja so eine Sache. Ich finde, dass selbst Leute mit einem absoluten Überangebot immer noch happige Preise verlangen. Ich finde bsp. Fr. 10.- für ein Brachypelma-Sling viel zu teuer, wenn Verkäufer nachweislich auf Hunderten von Exemplaren sitzen. Aber solche Preisvorstellungen habe ich schon ein paar mal vernommen. Ebenso bin ich mir bsp. nicht mehr sicher, ob auch M. balfouri immer noch viel zu teuer angeboten werden. Sie waren vielleicht mal sehr gesucht, aber wie ich gelesen habe, scheint diese Art ja ebenfalls einfach nachzuzüchten zu sein, so dass bald mal ein Überangebot bestehen wird. Also sollte da ein Preisruck nach unten doch eigentlich bereits spürbar sein. Bei den Preislisten sehe ich aber immer noch teils sehr hohe Preisvorstellungen. Ähnlich bei P. metallica. Wirkliche Schleuderpreise wie Fr. 1.-/Stk. oder so, habe ich bisher nur einmal gesehen.

    Gruss,
    Micha

    Ps. Psalmopoeus spp. - Mich würde nicht wundern, wenn Psalmopoeus reduncus bald mal wieder sehr selten ist. Arten, die einfach nachzuzüchten sind und in grosser Zahl produziert werden, können dadurch auf einmal selten werden, weil sich niemand mehr getraut, sie nachzuzüchten. Bsp. B. [lexicon='vagans',''][/lexicon] ist weniger häufig anzutreffen, als man eigentlich erwarten könnte.

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  • Steffen Haller
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    • 3. Oktober 2012 um 19:46
    • #18

    Hi,

    das Überangebot an balfouris wird nicht so schnell kommen. Dazu sind die Kokons zu klein. Bei metallicas schauts da anderst aus....

    @Basti immer das rosea Beispiel(sind doch eh keine Anfängertiere)..... mach ich natürlich nicht. Ich hab zum Bsp. auch schon irminia nachgezogen und da kommen WF die keiner braucht. Ebenso Thrixopelma ockerti als Beispiel. Und ich würde schon sagen, da kauft sich lieber jemand nen slings für ~3-4 € bevor er ein Weibchen für 50 oder 60 € kauft.

    Verallgemeiner lässt sich das natürlich nicht. Wie du schon geschrieben hast, eine gewisse Verantwortung wenn man züchtet spielt da schon eine große Rolle.

    Gru0ß Steffen

  • Joachim Borkenhagen
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    • 3. Oktober 2012 um 20:22
    • #19

    Ein leuchtender Stern am Spinnenhimmel
    Iridopelma seladonium!
    Gruß
    Joachim B.

  • Nadine Nyffeler
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    • 4. Oktober 2012 um 08:45
    • #20

    Ich finde den Vorschlag von Micha prinzipiell sehr gut. Die Frage bleibt aber, wenn du, Micha, nicht die Zeit in die Aufzucht oder in Börsengänge mit den Tieren investieren magst, hast du sie dann für die Auswertung der Daten, die da reinkommen? Und, wie willst du selektieren, welche Informationen jetzt relevant, oder besser, wahrheitsgetreu sind? Noch dazu kommt, dass diejenigen im Hobby, die sich nicht richtig mit der Materie befassen, sprich, einfach drauflosverpaaren was grad geht, auch kein Interesse an Listen haben. Somit glaube ich, ist diese Liste eine Gute Starthilfe für Leute, die die Zucht seriös angehen möchten, da aber auch diese Gruppe denke ich nicht einen Grossteil ausmacht, wird die Gefahr an "Überpopulation im eigenen Hobbyraum" dadurch nicht ausgemerzt...

    Ich glaube immernoch, mein Vorschlag mit einem "Babysitter" ist gar nicht so schlecht... da viele Neulinge (das denke ich weils bei mir nicht anders ist, bitte korrigiert mich fals ich falsch liege) es nicht erwarten können, was eigenes zu züchten und die kleinen zu versorgen, somit die Möglichkeit bekommen, diese Rolle zu übernehmen, ohne selber irgendwas zu züchten. Somit wäre den Züchter mit dem Platzproblem geholfen, und der Neuling kann sein Pflegeverlangen voll ausleben, ohne weitere "08/15" Arten - wo wie sie Martin beschrieben Hat, auf den Märt zu bringen. Noch dazu kommt, das die Pfleglinge eine grössere Chance zur Weitervermittlung bekommen, da ein anderer Anbieter mit einem Anderen Umfeld vorhanden ist. Wenn auch nur ein kleiner ;)

    Und ein Preisdumping bei Lebewesen nur um sie von der Stange wegzukriegen, das halte ich jetzt in jeder Sichtweise für moralischen Schwachsinn...

    Aber wie gesagt, die Idee find ich gut, aber schwer umsetzbar. Aber an mangelndem Vertrauen solls ja nicht scheitern! :) Auf auf! :)

    Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben.

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