Leider haben die "nervigen Tierschützer" aber auch oft einen Grund zu protestieren! Ganz so einseitig ist das Thema nämlich nicht.
Wir nehmen seit über 10 Jahren als Aussteller / Verkäufer an verschiedenen Börsen teil und da sieht man doch schon so einiges, was fragwürdig ist.
Ich denke hier mal an einen bestimmten Händler, der schon seit Jahrzehnten aktiv ist und auf den meisten Börsen nicht (mehr) erwünscht ist, da sein Stand eine reine Katastrophe ist und man nicht selten auch verendete Tiere dort findet. Trotzdem hält der Typ sich, da er immer Raritäten und verlockende Arten im Angebot hat.
Aber auch andere große Händler, denen es ganz skrupellos nur ums Geschäft geht, sind da nicht ohne... Wir hatten mal einen Tisch neben einem Händler der inzwischen die Internetpräsenz von Zoo-Zajac aufgekauft hat... (Könnt ihr ja selbst suchen wer das ist) Da wurden beim Auspacken schon so unfassbar viele Tiere wieder zurück in die Boxen gepackt, weil sie nicht mehr "zum Verkauf geeignet waren". Genauer will ich nicht drauf eingehen, da der Kerl gerne auch mal mit Klagen droht und darauf hab ich keine große Lust.
Ich bin immer froh, wenn auf den Börsen durch den Veranstalter und das Veterinäramt genau hin geschaut wird, da man nur so die schwarzen Schafe aussortieren kann.
Grundsätzlich sehe ich aber Börsen als die ehrlichste und beste Ver-/Kaufsplattform. Man bekommt eine unmittelbare Beratung, kann sich vom Zustand und der Größe des Tieres selbst überzeugen und man kann auch mal NEIN sagen, wenn man das Gefühl hat, dass der Kunde nicht geeignet ist so ein Tier zu halten, z.B. wenn's das größte oder giftigste oder aggressivste Tier sein soll, das man im Bestand hat.
Zum Thema Stress für die Tiere... Die meisten Spinnen, vor allem Vogelspinnen haben nur ein sehr primitives "Denkvermögen". Das was man als Gehirn bezeichnen könnte ist ein Nervenknoten, welcher nicht zu komplexem Denken geeignet ist und mit der Hauptkapazität an Augen und Extremitäten angebunden ist. Oft sind es Reflexe und Instinkte die eine Spinne durchs Leben leiten. Um Stress zu empfinden und zu verarbeiten, müsste es zum einen ein Organ geben, welches Stresshormone ausschüttet. Dieses Organ hat man bisher nicht gefunden, was nicht bedeutet, dass es das nicht gibt, aber es ist relativ unwahrscheinlich. Zum anderen müsste dann eben das Symptom "Stess" noch verarbeitet werden. Eine Stresshäutung ist eher eine Reaktion auf die sich verändernden Umgebungsparameter (hauptsächlich Temperatur) und nicht auf den "Stress" durch die ungewohnte Börsenumgebung.
Außerdem ist es ja auch so, dass die Tiere auf den Börsen in 99,9% alles Fälle sehr ruhig verharren und nicht versuchen zu flüchten oder extrem unruhig sind.
Beste Grüße