Kleine Würmchen in den Wasserschalen

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  • Hallo liebe Forengemeinde,


    ich habe vorgestern, bei meinem abendlichen Kontrollgang, lauter winzig kleiner, weißlich transparenter Fadenwürmer in den Wasserschalen meiner Spinnen entdeckt, also unter Wasser. Ich halte all meine Tiere auf Walderde und hatte sowas vorher noch nie gehabt. Ich habe jedoch vor einigen Tagen eine Lieferung weiße Asseln und Springschwänze von Kerf erhalten, die ich in fast jedem meiner Terrarien verteilt habe, jetzt plötzlich das mit diesen Würmchen in den mit Asseln und Springschwänzen besetzen Terrarien, die müssen bei den Asseln und oder Springschwänzen mit dabei gewesen sein. Meine Befürchtung waren gleich Nematoden, doch selbst wenn es welche sind, müssen die ja nicht gleich schädlich für meine Tiere sein, ausschließen kann ich es allerdings nicht. Dann dachte ich, dass Kerf vielleicht von Haus aus SF Nematoden einsetzt, gegen Trauermücken, welche seitdem bei mir auch nahezu ausgestorben sind. Ich hab dann eben mal bei Kerf angerufen und mein Problem geschildert, dort setzen sie, laut dem Mitarbeiter, jedoch keine Nematoden ein und ich solle mir doch keine Sorgen machen, denn Fadenwürmer gäbe es schließlich überall, tolle Aussage. Ich weiß halt nicht um welche Tierart es sich gehandelt hat, in den Wasserschalen meiner Spinnen. Nun meine Frage an euch, hat sowas schonmal jemand von euch erlebt? Können Nematoden unter Wasser vorkommen, weiß das jemand? Denn falls nicht, muss es sich um etwas anderes handeln, aber um was? Ich gieße das Moos und die Pflanzen in meinen Terrarien mit Regenwasser, zwar nicht in die Wasserschalen meiner Tiere, aber da könnten natürlich auch winzige Würmchen mit drin sein, dann jedoch hätte ich diese Würmchen, in all den Jahren sicher vorher mal zu Gesicht bekommen. Ein scharfes Bild davon zu machen, wäre mit meinen Geräten leider nicht möglich gewesen, da diese Würmchen winzig, winzig klein waren und zudem unter Wasser. Ich habe die Wasserschalen alle abgekocht und wieder in die Terrarien gestellt und bis jetzt sind sie sauber. Dennoch mache ich mir Sorgen um meine Tiere, denn ich weiß einfach nicht, worum es sich bei diesen Würmchen handelt.


    Wenn jemand vielleicht etwas dazu sagen kann, ist mein Ohr ganz offen, vielen Dank und liebe Grüße.


    Timm

  • Hallo Timm,

    Eine wirklich fundierte Antwort kann ich dir zwar nicht geben, da es wirklich viele verschiedene Fadenwürmer gibt. Deshalb nur soviel: Ich hatte auch schon Würmchen in Wasserschalen. Kam meiner Ansicht nach aber entweder vom Waldmoos oder der Maulwurfshügelerde.

    Ich hab das betroffene Wasserschälchen ausgewaschen und mit einem Löffel die Erde direkt ums Schälchen ausgetauscht. Das war’s. Der Spinne hat es nicht geschadet.


    Meistens machen wir uns viel zu viele Gedanken. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit hat der Kerf-Mitarbeiter recht und die Dinger sind harmlos. Die gefährlichen Nematoden sind in der Spinne, die sieht man erst sehr spät. Wenn überhaupt (Da hab ich glücklicherweise keine Erfahrung, nur angelesenes Wissen).


    Vielleicht kann Dir ja noch Jemand detailliertere Infos geben.


    Viele Grüße

    Irene

  • Hallo Irene,


    danke für deine Worte. Ich hoffe natürlich auch, dass meine Sorge unbegründet ist und es sich, falls Nematoden, um nützlinge handelt. Ich hab nochmal etwas nachgelesen, also Nematoden gibt es auch unter Wasser. Es gibt unzählige Arten, von denen viele auch sehr nützlich sind. Das ist richtig, Nematoden, die Spinnen befallen, sind interne Parasiten. Doch sie müssen ja auch erstmal auf einem Wege in die Spinne gelangen. Da ist halt meine Angst, dass meine Spinnen, die beim trinken mit aufnehmen könnten. In den Terrarien, wo ich keine Asseln und Springschwänze reingemacht habe, war auch nichts in den Wasserschalen. Es muss also in der Lieferung Asseln/ Springschwänze mit dabei gewesen sein.


    Liebe Grüße

    Timm

  • Es können auch mal einzelne in der Erde gewesen sein, die halt jetzt aufgefallen sind. Aber sei beruhigt: wenn es keine parasitäre Art ist, dann darf die Spinne sie ruhig trinken. Sie können nicht im Nachhinein zu Parasiten mutieren. Harmlose bleiben harmlos, auch wenn das Tier sie aufnehmen sollte.

  • Nematoden an sich sind überhaupt kein Problem, die Burschen sind eh überall.Als gelenter Landwirt kann ich dir glaubhaft versichern, das "Wurzelbärtigkeit" bei Rüben auf das Konto der A...löcher geht. Die säuft die Spinne eh kaum mit, und wenn, landen die erstmal im Verdauungstrakt. Da wird das Ueberleben dann doch recht schwierig.

    Garstige Biester sind einige Arten schon. Pferdehaarnemathoden sind bei Mantiden ganz gern mal ein Problem, da Spinnen aber schonmal ein bissel vorverdauen haben die gaaaanz schlechte Chancen.

    Immer ruhig bleiben.

    Und wenn die Viecher sich in der Trinkschale befinden, muss wohl deine Wasserquelle das eigentliche Problem sein.

    Nemathoden kriechen nicht aus der Erde um ein Bad zu nehmen.

    Gruss!

    Gabor

  • Hallo Gabor,


    bis auf einige wenige, sind Nematoden auch nicht schädlich. Es wundert mich dennoch wo die plötzlich herkommen, ich bin mir allerdings auch nicht sicher, dass es tatsächlich welche sind. Als Trinkwasser, bekommen meine Spinnen Leitungswasser, ich denke nicht, dass es daher rührt, denn dann hätte ich das längst entdecken müssen. Ich vermute, dass sie tatsächlich, in der Erde, in der die Asseln/Springschwänze kamen, mit drin waren. Beim verteilen, ging auch etwas dieser Erde mit in die Wasserschalen. Ich werde es weiter beobachten, meine Spinnen verhalten sich normal.


    Liebe Grüße

    Timm

  • Hallo,


    also die kämen durchaus auch in Frage. Die waren z.b. in der Wasserschale von meiner T. stirmi, zu einem Knäuel, um einen winzigen Laubschnipsel gewickelt, ich vermute, dass sie diesen verzehren wollten. Die Wasserschalen sind bis jetzt sauber, bisher keine weitere Sichtung von diesen Würmchen.


    Liebe Grüße

    Timm

  • Ein Vorschlag für einen Test. Mach eine kleine Vertiefung in den Boden (Daumengrösse), leg ein paar Haferflocken dort hinein, und deck das Ganze mit einem Stück Glas zu. Nach einer Nacht sollten sich die Gesellen unter der Scheibe sammeln.

    Gruss!

    Gabor

  • Das ist eine gute Idee, werde ich mal ausprobieren. Ich möchte ja auch das meine Terrarien leben und das ich möglichst viele Mikroorganismen im Bodengrund habe, daher nehme ich auch ausschließlich Walderde, welche ich teilweise etwas mit Blumenerde mische. In meinen Terrarien, darf außer meinen Spinnen, alles Leben, ich entdecke immer wieder Regenwürmer, diverse kleine Käfer, Steinläufer und Spinnen, die sich über die Springschwänze her machen und vieles, vieles mehr. Das alles darf auch gerne in den Terrarien leben und machen sie noch viel schöner und lebendiger. Als ich jedoch diese Fadenwürmer, in den Wasserschalen entdeckte, was zuvor, in all den Jahren, noch nie vorkam und ich zudem, vorher noch neue Bodenpolizei eingebracht hatte, da hatte ich echt Panik, mir im schlimmsten Falle, einen Schädling eingefangen haben zu können.


    Mittlerweile kann ich allerdings sagen, dass diese Würmchen nicht pathogen sind. Heißt also, auch sie dürfen von nun an in meinen Terrarien leben und vielleicht tuen sie das ja auch schon lange im verborgenen, die Gattung möchte ich natürlich trotzdem gerne noch herausfinden. Man lernt halt nie aus und sieht immer wieder nochmal etwas neues und kommt zu neuen Erkenntnissen. Das ist das schöne an diesem faszinierenden Hobby.


    Liebe Grüße

    Timm

  • Hallo!

    Also bei den Steinläufern wäre ich eher vorsichtig. Das sind schon recht wehrhafte Burschen, und obendrein auch noch giftig. Im Fall eines Konfliktes Spinne/Steinläufer hätte ich ein bissel Bauchschmerzen.

    Sowas mag ja in Japan recht populär sein, aber ich lehne sowas ab. Das musste ich aber auch erst lernen. Vor Jahren hatte ich Raubwanzen (Platymeris) und immer ganz gute Nachzuchterfolge. Es wurde Herbst, und bei`m Silo abdecken krabbelten mir immer wieder Laufkäfer vor die Füsse. Richtige Futtergrösse, nicht geschützt, also ab damit in`s Terrarium. Tja, und irgendwann gab es bei den Wanzen keinen Nachwuchs mehr. Der Grund war der Nachwuchs der Käfer. So richtig blöde Eimerköppe, welche vergraben im Sand lauerten, und sich die kleinen Wanzen geschnappt haben......also bin ich da recht vorsichtig geworden.

    Gruss!

    Gabor

  • Das Du mit den Biestern keine Probleme hast.....ist ja beruhigend. Das sind so die einzigen Tierchen die ich zwar wirklich toll finde, aber nicht im Haus haben möchte. Zumindest nicht die tropischen Arten. Ich hab mal Einen in Spanien gefangen (10 cm), und dessen "Kunststückchen" fand ich schon bemerkenswert/gruselig. Der hat sich wirklich wie`ne Cobra "hingestellt", und Motten im Flug aus der Luft gefangen.

    Ausbruchsspezialisten sind sie auch, und das hat den armen Kerl auch sein Leben gekostet.Ich hab ihn 2 Tage lang gesucht, und dann vertrocknet unter`m Bett gefunden.

    Spinnenläufer hab ich hier im Sommer auch öfter im Haus. Wahnsinnig interessante Tiere, und ziemlich hilfreich überdies, aber mehr muss nicht sein.

    Gruss!

    Gabor

  • Nein, also ich hatte mit dem gemeinen Steinläufer (Lithobius forficatus) noch nie Probleme und es ist mir auch nicht bekannt, dass jemandem seine Vogelspinnen, von Steinläufern gefressen wurden. Kam es bei dir zu Vorfällen?


    Kleinen Spiderlingen könnte ein adulter L. forficatus durchaus nachstellen und in dem Falle, wäre ich auch vorsichtig. Ansonsten, muss man meiner Erfahrung nach, keine Bedenken haben, wenn sich Steinläufer mit im Terrarium befinden.


    Liebe Grüße

    Timm

  • Hallo!

    Ja klar, auf die Grösse kommt es an! Der Steinläfer wird nix angreifen, was er nicht fressen kann. Da hat Mutti Natur schon`ne Bremse eingebaut.ABER.....wenn es den Jungs gut geht, wachsen die auch recht schnell. Ihr Appetit eben auch.....da seh ich so ein bissel das Problem. Zu sehen bekommst Du sie in der Regel nicht.....und "plötzlich" ist er ein Drittel grösser. Ja sicher eine mehr oder weniger ausgewachsene Spinne Kaliber Brachyphelma ist sicher, aber es gibt ja auch recht hübsche kleinere Arten, und da hätt ich dann schon Bauchschmerzen. Bei Spinnen hatte ich da nie Vorfälle, bei Raubwanzen schon. Da war der Nachwuchs mal ganz schnell Futter. Erwachsene Tiere sind auch hier sicher, aber wer sich mit denen anlegt, hat eh die A..schkarte.

    Die Wanzen jagen tagsüber, der Steinläufer eher nächtens, ergo der pennt den ganzen Tag, und wenn die Wanzen runterfahren.....Schwups eine weniger.

    Gruss!

    Gabor

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    ich bin zu neuen Erkenntnissen gekommen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Ich habe mir einige Vergrößerungsgläser besorgt und diese kleinen Würmchen mal ganz genau inspiziert. Sie sind so klein, dass sie mit dem bloßen Auge, ganz, ganz schwer zu erkennen sind. Was ich allerdings unter der Lupe sah, hat mir eindeutige Klarheit verschafft. Die Würmchen sind winzig, von weißlich transparenter Färbung und im Querschnitt rund, eine Segmentierung ist nicht vorhanden. Die Art konnte ich nicht bestimmen, dass es sich jedoch um Fadenwürmer (Nematoden) handelt, ist nach meiner Untersuchung, eindeutig. Zudem habe ich sie auch in den Terrarien meiner Skorpione, welche ich nicht mit Asseln/Springschwänzen von Kerf besetzt habe, entdeckt. Es hat also abschließend, definitiv nichts, mit der Lieferung von Kerf zu tun, möchte ich an dieser Stelle, fairerweise erwähnen.


    Die Nematoden, stammen aus dem Buchenlaub, welches ich in meinen Terrarien einbringe. Ich habe auch meine Box voll Laub, welches ich immer auf Vorrat habe, genau unter die Lupe genommen und siehe da, mit bloßem Auge, sind die winzigen Nematoden, im veuchten Laub, nahezu unsichtbar. Mit meiner Lupe, konnte ich sie allerdings entdecken.


    Abschließend, möchte ich noch sagen, dass sie wohl schon ewig, im verborgenen, in meinen Terrarien leben und als nützlinge dienen. Die Nematoden sind nicht pathogen und schaden den Spinnen und Skorpionen, nicht im geringsten und sie haben absolut nichts mit den endoparasitären Schädlingen zu tun.


    Liebe Grüße

    Timm

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