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A. brocklehursti oder geniculata?

  • Irene Kirbs
  • 26. April 2025 um 18:19
  • Irene Kirbs
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    • 26. April 2025 um 18:19
    • #1

    Hallo

    Diese korpulente Dame hab ich als kleine Nymphe unter der Bezeichnung „Acanthoscurria cf. brocklehursti“ bekommen.

    Was denkt ihr: Ist das nicht doch einfach nur eine Geni?

    Ich werde sowieso nicht mit ihr züchten. Das mach ich nie mit „cf“ Tieren. Aber wissen würde ich es trotzdem gerne. Kann man das überhaupt anhand eines Fotos bestimmen?

    Sie sitzt hier auf trockenem Laub, weil ich mal vergessen hab, die Pflanze zu gießen. Aber ihr gefällt das so. Und mir inzwischen auch irgendwie.

    Viele Grüße

    Irene

  • Jannik Eng
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    • 6. Mai 2025 um 22:54
    • #2

    Hallo Irene

    Dürfte schon passen, wenn die Gelenkzeichnung stimmt. Die sind sehr schmal!

    Grüsse

  • Steffen
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    • 7. Mai 2025 um 06:57
    • #3
    Zitat von Jannik Eng

    Dürfte schon passen, wenn die Gelenkzeichnung stimmt. Die sind sehr schmal!

    Grüsse

    Dieses "Merkmal" geht auf die Erstbeschreibung der "brocklehursti" zurück und macht hier aber keinen Sinn, da die "brockelhursti" im Hobby nie die Art im Sinne der Erstbeschreibung waren!

    Siehe hierzu die Zeichnung von F. O. Pickard-Cambridge, 1896 Tafel. 24, Abb. 18 = brocklehursti vs. Abb. 17 = geniculata.

    Nebenbei wurde die Art A. brocklehursti schon 2014 mit A. theraphosoides synonymisiert.

    Evtl. schreib ich am Wochenende noch was zu diesem verf... geniculata-brocklehursti Mischmasch im Hobby.

  • Steffen
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    • 11. Mai 2025 um 18:50
    • #4

    Nach RUDLOFF 2023 wurden, unter Bezug auf Angaben von "Importeurs" (BAUMGARTEN), um 1998 Tiere mit der Bezeichnung "geniculata" und nach 2001 mit der Bezeichnung "brocklehursti" in den Zoohandel gebracht.

    Die "geniculata" stammen demnach aus dem Gebiet um Santarem und die "brocklehursti" aus den östlichen Teilen von Para bis hin nach Amapa und der Ilha Marajo. Beide sollen sich untereinander nicht verpaaren lassen.

    Rudloff beschreibt im Weiteren auch Unterschiede zwischen der A. geniculata und der A. sp. hinsichtlich der Färbung und der Genitalstruktur bei Männchen und Weibchen.

    Die hellen Marken am Ende der Beinglieder sollen demnach bei A. geniculata schmaler als bei der A. sp sein, welche als "brocklehursti" bezeichnet wurde.

    Die Männchen sollen sich durch den bei A. geniculata deutlich ausgeprägten Apikalkiel von der A. sp unterscheiden, bei der der Apikalkiel stark reduziert ist oder fehlt.

    Zu der Bezeichnung "Apikalkiel" sollte man anmerken, dass hier wahrscheinlich der "accessory keel" gemeint ist, der sich zwischen dem "prolateral inferior keel" und dem "prolateral superior keel" befindet.

    Rudloff hat hier wahrscheinlich die fehlerhafte Bezeichnung aus den Abbildungen 10 - 13 von PAULA et al. (2014) übernommen.


    Weitere Details kann man in den genannten Quellen nachlesen.

    Rudloff, J.-P. (2023). Acanthoscurria geniculata (C.L. Koch, 1841) eine Art mit Tücken. Arthropoda Popularis 2023(1): 1-12.

    Paula, F. dos S., Gabriel, R., Indicatti, R. P., Brescovit, A. D. & Lucas, S. M. (2014). On the Brazilian Amazonian species of Acanthoscurria (Araneae: Theraphosidae). Zoologia (Curitiba) 31(1): 63-80.


    Zum Vergleich hier nochmal A. theraphosoides, die "echte" brocklehursti.

  • Irene Kirbs
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    • 11. Mai 2025 um 20:12
    • #5

    Hallo Steffen,

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Der „echten“ brocklehursti sieht sie jedenfalls gar nicht ähnlich.

    Verstehe ich das ganze dann so, dass die „Hobby“ brocklehursti eine Variante der geniculata aus einer anderen Gegend ist, die sich so stark unterscheidet, dass eine Verpaarung nicht mehr möglich ist. In einfachen Worten.

    Die echte brocklehursti entspricht ja dann der A. theraphosoides und hat mit meinem Tier und anderen im Hobby unter cf brocklehursti gehandelten Tieren nichts zu tun.

    Richtig?

    Viele Grüße

    Irene

  • Jannik Eng
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    • 11. Mai 2025 um 22:47
    • #6
    Zitat von Steffen

    Die hellen Marken am Ende der Beinglieder sollen demnach bei A. geniculata schmaler als bei der A. sp sein, welche als "brocklehursti" bezeichnet wurde.

    Danke dir, Steffen.

    Dann wäre es also genau umgekehrt? :/

    Grüsse

  • Steffen
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    • 17. Mai 2025 um 19:24
    • #7
    Zitat von Irene Kirbs

    Verstehe ich das ganze dann so, dass die „Hobby“ brocklehursti eine Variante der geniculata aus einer anderen Gegend ist, die sich so stark unterscheidet, dass eine Verpaarung nicht mehr möglich ist.

    Ja, Rudloff schreibt dazu;

    "Ich vertrete nach jetzigem Kenntnisstand die Meinung , dass es sich bei beiden Formen um 2 valide Arten handelt."

    Zitat von Irene Kirbs

    Die echte brocklehursti entspricht ja dann der A. theraphosoides und hat mit meinem Tier und anderen im Hobby unter cf brocklehursti gehandelten Tieren nichts zu tun.

    Richtig?

    Ja, der WSC führt A.brocklehursti nur noch als Synonym von A. theraphosoides. Was im Hobby als brocklehursti oder cf. brocklehursti vorhanden ist sollte nichts mit A. theraphosoides zu tun haben.

    Zitat von Jannik Eng

    Dann wäre es also genau umgekehrt?

    Ja, bezogen auf A. geniculata und diese A. sp die Rudloff beschreibt ist das so.

    Grüße

  • herbie
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    • 20. Mai 2025 um 10:03
    • #8
    Zitat von Steffen

    Ja, Rudloff schreibt dazu;

    "Ich vertrete nach jetzigem Kenntnisstand die Meinung , dass es sich bei beiden Formen um 2 valide Arten handelt."

    Ja, der WSC führt A.brocklehursti nur noch als Synonym von A. theraphosoides. Was im Hobby als brocklehursti oder cf. brocklehursti vorhanden ist sollte nichts mit A. theraphosoides zu tun haben.

    Ja, bezogen auf A. geniculata und diese A. sp die Rudloff beschreibt ist das so.

    Grüße

    Super erklärt, aber wird weiter aufgeführt, wie genau diese A. sp bezeichnet/ unterschieden wird? Warum ihr im Hobby ein bereits bestehender Name fälschlicherweise zugewiesen wird, kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich kann allerdings verstehen, dass ein Name zur Unterscheidung im Hobby notwendig ist. Damit würde man diese Verwirrung beseitigen. Dafür gibt es doch in der Nomentklatur die Möglichkeit.

  • Steffen
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    • 23. Mai 2025 um 06:20
    • #9
    Zitat von herbie

    ..., aber wird weiter aufgeführt, wie genau diese A. sp bezeichnet/ unterschieden wird?

    Nein, eine Bezeichnung dieser A.sp. wird nicht genannt.

    Ja, Merkmale zur Unterscheidung werden genannt. Siehe dazu oben unter #4.

    Zitat von herbie

    Warum ihr im Hobby ein bereits bestehender Name fälschlicherweise zugewiesen wird, kann ich auch nicht nachvollziehen.

    Das kann nur der "Importeur" beantworten.

    Mögliche Erklärungsansätze liefern aber die zum damaligen Zeitpunkt (1998 / 2001) vorliegenden Beschreibungen der Art.

    Zitat von herbie

    Ich kann allerdings verstehen, dass ein Name zur Unterscheidung im Hobby notwendig ist. Damit würde man diese Verwirrung beseitigen. Dafür gibt es doch in der Nomentklatur die Möglichkeit.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe. Aber welche Nomenklatur ist hier genau gemeint?

    Wir reden hier schließlich über Zoohandel und Hobby, wo auch Bezeichnungen wie "Brasilianische Schmuck-Vogelspinne" verwendet werden oder man die Kürzel aff. und cf. oft recht freizügig nutzt.

  • Steffen
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    • 9. Juni 2025 um 11:04
    • #10

    Als Ergänzung ältere Bilder von 2 Spermatheken, welche die von RUDLOFF benannten Unterschiede zeigen.

    Die damaligen Bezeichnungen der Tiere entsprechen aber nicht der Zuordnung, die sich durch die von RUDLOFF beschriebenen Merkmale ergeben würde.

  • Irene Kirbs
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    • 9. Juni 2025 um 11:28
    • #11

    Hallo Steffen,

    Vielen Dank für deine Mühe. Da werde ich sicher bei der nächsten Haut nachschauen. Und dann mal mit den Spermatheken meiner Geniculatas vergleichen. Vielleicht werde ich daraus schlau.

    Wenn die Bilder nicht den Merkmalen der Beschreibung entsprechen, stiftet das noch mehr Verwirrung. Und die Tiere im Hobby entsprechen dann wiederum nicht der Beschreibung? Schwieriges Feld.

    Viele Grüße

    Irene

  • Steffen
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    • 9. Juni 2025 um 12:21
    • #12
    Zitat von Irene Kirbs

    Wenn die Bilder nicht den Merkmalen der Beschreibung entsprechen, stiftet das noch mehr Verwirrung.

    Die Bilder entsprechen schon den Merkmalen, die RUDLOFF nennt. Aber die Artbezeichnung, welche damals an die Tiere geschrieben wurde, stimmt nicht mit denen von RUDLOFF überein.

    Bitte auch die Bildunterschriften lesen, die das eigentlich erklären sollten.

    Offenbar herrschte schon damals und heute immer noch "etwas" Verwirrung.

    Zitat von Irene Kirbs

    Und die Tiere im Hobby entsprechen dann wiederum nicht der Beschreibung?

    Teils, teils. Männchen, welche ich damals (vor der Arbeit von Paula et al.) untersuchte, stimmten wiederum mit den Angaben von RUDLOFF überein.

    Sorry, aber ich bin nur der Überbringer der schlechten Nachricht!

  • Irene Kirbs
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    • 26. Juni 2025 um 13:23
    • #13

    Hallo Steffen,

    Sie hat sich gehäutet. Ich hab ein Foto von der Spermathek gemacht. Kannst du damit was anfangen?

    Ich würde ja sagen, dass es sich um ein Tier handelt, das im Hobby als „brocklehursti“ bezeichnet wird.

    Viele Grüße

    Irene

  • Wolfram Newald
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    • 26. Juni 2025 um 16:33
    • #14

    Hey Irene,

    du könntest eventuell noch ein Bild ohne den Uterus externus machen.

    & ich glaube die Spermathek wird normalerweise ausgeschnitten und von der anderen Seite photographiert, aber da bin ich mir nicht 100% sicher.

    MfG,

    Wolfram

  • Irene Kirbs
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    • 26. Juni 2025 um 16:45
    • #15

    Gar nicht so einfach. Kannst du was erkennen? Hab den Uterus externus umgeklappt und angepinnt.

  • Irene Kirbs
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    • 26. Juni 2025 um 16:57
    • #16

    Falls sie jemand sicher bestimmen kann, würde ich ihm (oder ihr) gerne die Exuvie schicken. Die Spermathek abschneiden kann ich nicht. Ich habe kein Werkzeug , das fein genug wäre. Und auch keine Erfahrung.

    Vielleicht hat ja einer der Profis Lust auf die taxonomische Herausforderung?

    Viele Grüße

    Irene

  • Steffen
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    • 13. Juli 2025 um 17:35
    • #17
    Zitat von Irene Kirbs

    Ich würde ja sagen, dass es sich um ein Tier handelt, das im Hobby als „brocklehursti“ bezeichnet wird.

    Nach RUDLOFF´s Kriterien (... lateral zur Basis hin bauchig verbreitert... / ...Receptaculi klein, überragen nie den lateralen Rand...) entspricht die Spermathek Deines Tieres der von A. geniculata.

    Diese seitliche, bauchige Verbreiterung ist in Bild 1 (dorsale Ansicht) besonders auch der linken Seite deutlich ausgeprägt.

    Die Bilder habe ich aber mit der Bezeichung (cf. brocklehursti) beschriftet, mit der Du das Tier bekommen hast.

    Grüße

  • Irene Kirbs
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    • 13. Juli 2025 um 20:47
    • #18

    Vielen Dank für die Mühe, die Du dir gemacht hast. Sehr nett von dir.

    Liebe Grüße, Irene

  • Steffen
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    • 21. Juli 2025 um 17:01
    • #19
    Zitat von Irene Kirbs

    Vielen Dank für die Mühe, die Du dir gemacht hast. Sehr nett von dir.

    Liebe Grüße, Irene

    Keine Ursache. Der Aufwand war überschaubar ; )

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