Dipluriden

      Hallo Luna,
      ich weiss zwar nicht, ob in meiner Nähe wohnst (wenn man das Profil nicht vollständig ausfüllt ;-)), aber du kannst gern mal bei mir vorbeikommen (ich halte Linothele spec.).

      Zu der Giftigkeit kann ich leider auch nicht viel sagen, bei den Quellen im Internet weiss man nie so genau, wie sicher die sind. Ich hab diesbezüglich mal Bastian Drolshagen angefragt (ich gebe Bescheid, wenn ich eine Antwort habe). Wenn dir Dipluriden gefallen, kommst du um einen Besuch auf seiner Homepage (dipluridae.de) nicht rum.

      Ich sehe, wenn du sowieso schon Vogelspinnen hast, eigentlich keinen Grund, die Tiere nicht zu halten. Ausserdem sehe ich noch weniger ein Problem, wenn du mit Pinzette "arbeitest". Also trau dich ruhig an so eine Schönheit ran :tongue:
      Nachtrag:
      Ich habe inzwischen Antwort von Bastian D. bekommen und wie ich es eigentlich erwartet habe, gibt es so gut wie nichts, sprich spärliche Informationen über die Giftigkeit. Trechona venosa soll letal sein, jedoch gibts auch da keine Belege dafür. Ausserdem hat er mir über ein Bissunfall berichtet, einer jungen Linothele spec. ex Bolivien: Der gebissene Finger hat eine Woche lang geschmerzt, aber sonst keine weiteren Symptome.

      Mein Fazit: Sicher ist sicher, wenn man nichts über die Giftigkeit weiss. Nicht mit blossen Händen hantieren, sondern mit Pinzette ;-). Dipluridae sind aber interessante, hübsche Spinnen, welche man sicher risikofrei halten kann.

      PS: @Luna Selina: Den kompletten Text der Antwort schicke ich dir per PN.
      hab natürlich schnellstens mein profil ergänzt :-))) gerade heute hät ich in ulm die gelegenheit gehabt spiderlinge zu kaufen, aber die waren mir noch zu klein. leider wohn ich genau am anderen ende der schweiz als du marco. ich würde dich aber gerne wieder auf einer börse treffen, wir haben letztesmal schon gequatscht. ihr hattet doch labidognathe dabei und macrothele oder? du und gorden.

      ich muss ganz ehrlich sagen, auch bei den VS lerne ich alles alleine, ich habe leider noch niemanden in der gegend kennengelernt der mich ein bisschen einweist. muss sagen, gott sei dank gibt es das internet, ohne diese vielen wertvollen tipps hätte man alleine schlechte chancen.
      :engel:
      Hi Fenriswolf,
      Original von Fenriswolf
      Sind die Dipluriden prinzipiell giftiger als VS oder eher nicht.

      Eben genau das, ist aufgrund dem fehlendem Wissen über die Giftigkeit der diversen Arten, schwer zu sagen. Trechona venosa wird ein starkes Gift nachgesagt, nachzulesen hier: toxinfo.org/frameset.php?inhal…nfo.php?genic=TRECHONA+SP
      Wenn man den Text liest, merkt man schon, dass da einiges unsicher zu sein scheint. Das obige Bissbeispiel einer Linothele zeigt aber, das nur Schmerzen die Folge waren und keine systemischen Auswirkungen (muss aber nichts heissen). Genauso gut ist es möglich, dass zwischen den verschiedenen Arten genauso die Giftigkeit variiert, ist ja bei Vogelspinnen auch so (und auch bei anderen Familien). Genau deshalb sollten Spinnen, bei denen man nichts über das Toxin weiss, vorsichtig behandelt werden. Ausser man will selbst zum Bissunfallbeispiel werden ;-).

      Original von Fenriswolf
      Ist dies die gleiche Gattung wie die sogenannte Bananenspinne?

      Bananenspinne? Dieses Synonym wird zT für verschiedene Spinnen benutzt. Ich gehe aber mal davon aus, dass du die Gattung Phoneutria meinst. Sie gehören in die Familie Ctenidae (Kammspinnen). Diese Spinnen sind im Vergleich zu den Dipluridae aktive Jäger, welche kein Gespinnst bauen. Auch sonst macht es keinen Sinn, da Vergleiche zu ziehen. Sie besitzen ein Neurotoxin, wobei auch bei den verschiedenen Arten die Giftpotenz variiert. Phoneutria nigriventer ist zB sehr stark giftig (mehr darüber hier: toxinfo.org/frameset.php?class…ptframe=/tier/index.html, wobei Cupiennius (welche auch aus dieser Familie kommt) mindergiftig ist.
      Danke für die Erläuterung :)

      Habe mitlerweilen selbst auch mal auf der Toxinpage nachgelesen. Diese Spinnen scheinen ja ein Mysterium zu sein, da ihr gift im vergleich zu Mäusen auf den Menschen rund 5 mal stärkere Folgen für die gebissene Persohn nachsich zieht. Würde ja auch bedeuten dass diese Gattung auch durchaus tödlich für den Menschen wäre. 8o Wohl nicht das geeignete Haustier :spinne:

      Liebe Grüsse

      Philipp
      Visit my flickr

      Die Welt in 2D...
      Hallo,
      Original von Fenriswolf
      Würde ja auch bedeuten dass diese Gattung auch durchaus tödlich für den Menschen wäre.

      Ja, es existiert auch ein Antivenin. Man sollte aber nicht verheimlichen, dass die meisten (ca. 90%) Bissunfälle glimpflich ausgehen, da die Spinnen bei einem Verteidigungsbiss meist mit der Giftmenge sparsam sind. Aber man müsste sicher auch bei einem leichten Ausgang mit sehr starken Schmerzen (LOKAL: kaum erträgliche, weit ausstrahlende, brennende Schmerzen...) rechnen.

      Original von Fenriswolf
      Wohl nicht das geeignete Haustier

      Das würde ich nicht sagen, ich halte ja schliesslich auch ein paar dieser Tiere ;-). Man muss einfach wissen, das so etwas Verantwortung mit sich bringt, aber das sollte im Spinnenhobby immer Wichtigkeit haben. Schon mal vorweg: Ich halte diese Spinnen nicht aufgrund ihres starken Gifts (obwohl das beeindruckend ist), sondern aus Interesse und Faszination. Ausserdem halte ich durchaus auch die mindergiftigen Cupiennius. Mit Sicherheit werden in Zukunft aber wohl auch Phoneutria-Arten erhältlich sein, die nicht so eine hohe Giftpotenz aufweisen (und auch "freundlicher" sind), wie P. nigriventer. Ich nenne mal als Beispiel hier Phoneutria boliviensis (ich werde mal ein Bild in den Bilderthread stellen).

      PS: Hier ein interessanter Bericht über die Gattung Phoneutria, von einem versierten Halter aus Deutschland:
      dghtserver.de/foren/showthread…1534&highlight=phoneutria
      @Luna Selina
      Ja, Nachbarn sind wir nicht gerade ;-). Kein Problem, ich werde mit Sicherheit an der Börse in Cham sein. Ja, Gordon hatte Macrothele calpeiana und S. terrosus dabei, ich hatte Cupiennius getazi und ebenso Sicarius terrosus dabei.
      Da du hier Macrothele ansprichst, die gehören dann aber zu den Trichternetzspinnen (Hexathelidae) ;-).