Maturaarbeit

      Maturaarbeit

      Hallo zusammen
      Mein Name ist Simon Stalder ich besuche die Kantonsschule in Sursee und bin gerade dabei ein Thema für meine Maturaarbeit zu finden. Ich habe mir schon einige Überlegungen gemacht und würde mich dafür interessieren ein paar junge Vogelspinnen unter verschiedenen Bedingungen (Temperatur/Luftfeuchtigkeit) aufzuziehen. Ich habe mich in der Schule mit einem Biologielehrer (David Stadler) bereits darüber unterhalten und er hat mir den Tipp gegeben mich hier zu melden. Mich würde es nun interessieren was ihr hier als erfahrene Halter von Vogelspinnen dazu sagen würdet, woher ich die Tiere bekomme, welche Art dafür geeignet wäre und auch ob es überhaupt Sinn macht dies zu untersuchen. Falls jemand eine andere gute Idee hat freue ich mich sie zu hören.
      Mit freundlichen Grüssen
      Simon
      Hallo

      In der Arachne (zeitschrift der Deutschen Arachnologischen Gesellschaft) Juli 07. Hat es eine Maturaarbeit (Sozialverhalten und Wachstum von Vogelspinnen in Gesellschafthaltung).

      Also ist so ein Thema sicher möglich. Mich würde das schon interessieren. Ich würde eine schnell wachsende Art nehmen.


      Gruss urs
      :spinne3: Gruss Urs :schlange2:

      RE: Maturaarbeit

      Hoi

      Also verstehe ich das richtig, dass Du Jungtiere der selben Art unter verschiedenen Bedingungen aufziehen willst und dann schauen willst, ob sie sich unterschiedlich entiwckeln?
      Ich würde von einem Züchter gleich aus einem Kokon verschiedene Jungtiere kaufen. Nicht zu teuer sollten sie wohl sein, da Du ja mehrere brauchst. Da würde ich mal nach konkreten Angeboten fragen, ich kann Dir da leider nicht weiterhelfen. Und die Art ist immer schwierig zu empfehlen... hast Du denn noch überhaupt keine Erfahrung mit (Vogel-)spinnen? Es gibt empfindliche, weniger empfindliche, schnell wachsende, langsam wachsende, schnelle und flinke, eher ruhige, eher aggressive Arten. Und dies kann innerhalb der Art auch variieren. Und männchen wachsen meist schneller als Weibchen, und bei ganz jungen Tieren ist der Unterschied noch nicht zu erkennen. Ich würde bei einem Züchter mit grosser Anlage vorbei schauen, da siehst Du verschiedene Arten und der kann Dir zu den verschiedenen Arten einiges erzählen. Oder Buch kaufen. Oder hier den Artenteil anschauen.
      Wie lange hast Du denn Zeit? Auch wenn Du eine schnell wachsende Art hast dauert die Aufzucht ein Weilchen...
      Und ich hoffe es versteht sich von selbst, dass Du trotz der verschiedenen Haltungsbedingungen doch tiergerechte Bedingungen schaffst?! Ich finde das noch heikel. Ev. wäre es auch sinnvoll, verschiedene Arten der selben Gattung, z.B. alles Poecilotheria, Avicularia, Brachypelma usw. zu vergleichen, unter idealen Bedingungen.
      Und was passiert mit den Tieren, wenn das Experiment beendet ist?

      Das einfach so meine Gedanken dazu

      Liebe Grüsse
      "Ich fürchte, die Tiere betrachten den Menschen als ein Wesen ihresgleichen, das in höchst gefährlicher Weise den gesunden Tierverstand verloren hat."
      - Friedrich Nietzsche-
      hallo,

      habe dir eine pn geschickt ;)

      zur wahl der tiere:

      du wirst vermutlich relativ viele tier brauchen, deshalb müssen die gewählten tiere:
      - relativ billig sein
      - gut erhältlich
      - damit die genetik als störvariable nicht zu sehr ins gewicht fällt, solltest du tiere aus dem gleichen kokon nehemen.
      - sie müssen schnell wachsen, da du nicht so viel zeit hast...

      eine möglichkeit die ich sehe, wäre eine
      - lasiodora art, z.b. parahybana.
      dort hat es sicher genügend tiere in einem kokon, sie sind relativ billig und wachsen einigermassen schnell heran.
      - ev. a.geniculata? (dort könntest du auch noch gleich die "geschlechterfrage" anschauen, bei interesse führe ich gerne aus ;) )
      - psalmopoeus sp. (cambridgei, irminia). dort weiss ich allerdings nicht, wie viele tiere es in einem kokon hat?
      - phormictopus cancerides (könnte ein problem werden mit der "erhältlichkeit")
      - andere vorschläge?

      was du dir halt überlegen musst, ist wie du die tiere wieder los wirst... wärst du bereit auch schon etwas grössere tiere sich gegenseitig selektionieren zu lassen...
      je nach dem wieviele tiere du bräuchtest (siehe pn), hast du ein problem... 300 geniculatas wirst du hier in der schweiz nicht so schnell los :D

      nachtrag zur pn:
      - wenn du auf meinen vorschlag eingehen solltest, fände ich es am interessantesten, wenn du 3 gruppen machen würdest:
      1. gruppe: möglichst genau recherchieren, was die werte für deine gewählte art in der natur sind. d
      2. gruppe: temperatur (deutlich?) darunter
      3. gruppe: temperatur (deutlich?) darüber

      so könntest du auch gleich die frage beantworten, ob die natürliche temperatur bzw. wachstum die idealste ist...)

      2. nachtrag: hier können dir sicher einige mit literatur helfen...

      3. nachtrag: solltest du dich wirklich dafür interessieren, können wir auch mal telefonieren oder so... habe zur zeit gerade ferien :D

      4. nachtrag: du kannst natürlich auf verschiedene arten unter den gleichen bedingungen aufziehen, nur werden deine aussagen trivialer sein

      mfg
      joel

      EDIT: dank punte nera ist mir noch etwas eingefallen:
      5. nachtrag: das geschlecht ist auch eine störvariable

      6. ich bin richtig begeistert und würde am liebsten auch so eine arbeit schreiben. also bei fragen einfach melden =) )

      7. ich hoffe, du kannst das ganze wirrwar mit pn und posting gut zusammenfügen :grins:
      Hi Simon,

      Einen guten Biolehrer hast du da :grins:

      Deine Idee ist sicher nicht verkehrt. Dass Vogelspinnen unter verschiedenen Haltungsparameter sich anders entwickeln ist bereits bekannt. Natürlich kannst du bei einer Art aber genaue Daten festhalten, die anschliessend spannend für Halter dieser Art sind. Du könntest auch z.B. dann einige Vs im total Dunklen halten, andere die ganze Zeit mit Licht, die Futtermenge gezielt untescheiden usw. Ich denke da gibt es sicher verschiedene Lösungen die du dir mal überlegen solltest.

      Ich würde dir eine Art empfehlen, welche auch genug schnell wächst, damit du ein akzeptables Resultat in verhältnismässig kurzer Zeit erreichen könntest.

      Ich könnte dir mit Gianni (wenn er auch möchte) einige P.ornata in der 2. Fh zur Verfügung stellen. Die sind fast gleich gross und bis anhin gleich gehalten. Wenn du mir sie wieder zurückgibst nach dem Experiment (ein paar kannst du behalten als Lohn für die Aufzucht ;) ), kommen wir ins Geschäft.
      Ich könnte dir 15 Stück schon einzeln in Dosen übergeben. 3 Davon könntest du behalten wenn du magst. Gianni kann sich ja selber noch melden. Ich denke mit 20-30 Tieren dürftest du eine gute Anzahl zusammen haben, um ein gutes Resultat zu erziehlen.

      Beste Grüsse

      Basti

      Edit: @Joel: Lasiodora spp. und Geniculata spp. wachsen eben leider nicht so schnell. Bis diese Tiere eine Grösse von 1cm erreichen, dauert es ca. 1 Jahr. ;)

      Bei Psalmopoeus spp. sind ca. 100-150 Jungtiere pro Kokon enthalten.
      hallo,

      Edit: @Joel: Lasiodora spp. und Geniculata spp. wachsen eben leider nicht so schnell. Bis diese Tiere eine Grösse von 1cm erreichen, dauert es ca. 1 Jahr. Augenzwinkern


      geni kann ich nicht beurteilen, hatte da in dem fall etwas falsch im kopf, sorry :( , l.parahybana wächst bei mir aber definitiv deutlich rasanter als 1cm pro jahr ;)

      Ich denke mit 20-30 Tieren dürftest du eine gute Anzahl zusammen haben, um ein gutes Resultat zu erziehlen.


      kommt halt drauf ob es wissenschaftlich sein muss oder nur so pseudomässig... und natürlich was man genau untersucht.
      um eine "wissenschaftliche" aussage zu machen, dürften 20-30 tiere viel zu wenig sein! man braucht ja mindestens zwei gruppen, somit wären es pro gruppe 10-15 tiere.
      da ich aber aus erfahrung weiss, dass an eine maturarbeit nicht sooo wahnsinnig hohe ansprüche gestellt werden, würde ich mir das angeobt von basti gut überlegen... denn es ist auf jeden fall sehr grosszügig!

      Bei Psalmopoeus spp. sind ca. 100-150 Jungtiere pro Kokon enthalten.


      wenns ein grosse kokon ist und nur 2-3 gruppen gebraucht werden, sollte das in dem fall gehen. psalmopoeus cambridgei wäre also eine gute wahl.
      der bodenbewohner der bei mir mit abstand am schnellsten wächst, ist p. cancerides... aber eben, dort werden einem die kokons nicht gerade nachgeworfen...

      mfg
      joel
      Hallo zusammen
      Vielen Dank für die Tipps und Antworten.
      Also mit der Maturaarbeit ist es so, dass sie bis im Herbst fertig abgegeben werden muss. Deshalb wäre es von Vorteil, wenn man die Resultate bis ende Sommer zusammen hat und sie nur noch auswerten und diskutieren muss. Bei der Maturaarbeit ist es meiner Meinung nach nicht das Wichtigste eine korrekte wissenschaftliche Aussage zu mache, sondern eher wie man die Arbeit macht und was für schlüsse man daraus zieht. Deshalb ist es auch nicht nötig 100 Spinnen für jede Bedingung zu haben, damit die Resultate wissenschaftlich aussagekräftig werden.
      Welche Bedingungen ich für die Vogelspinnen nun verändern soll, muss ich mir noch genau überlegen. Die Temperatur wäre noch relativ einfach zu kontrollieren aber die Luftfeuchtigkeit bei den verschiedenen Temperaturen wird schon komplizierter. Ich muss mich auf möglichst wenige veränderbare Bedingungen beschränken da ich eine Grundlegende Aussage treffen muss und nicht viele verschiedene. Die Idee mit totaler Dunkelheit und ständiger Beleuchtung habe ich mir auch schon überlegt. Dort kann ich untersuchen ob die Vs bei Tag/Nachtrhythmuss oder bei ständiger Dunkelheit/Beleuchtung schneller wächst. Das Wachstum kann ich mit der Anzahl Häutungen bestimmen. Ist es möglich die Spinnen auch während den Häutungen zu messen oder wachsen sie nur gerade bei der Häutung? Das Angebot von Basti hört sich super an Vielen Dank!
      Ein paar Vogelspinnen behalten würde ich gerne...darf ich aber (noch ;))nicht. Ich habe ein Vogelspinnenverbot zuhause deshalb halte ich Gottesanbeterinnen; Tausendfüsser,Totenkopfschaben und hatte mal versch.Stab- und Gespensterschrecken. Ich kenne mich mit dem Halten von Tieren schon ein wenig aus, habe aber noch keine Erfahrungen mit Vogelspinnen. Ich werde mich noch mal mit Herr Stadler darüber unterhalten und alles nochmal mit ihm besprechen.
      Nochmals vielen Dank für die guten Ratschläge und Informationen!
      Gruss Simon
      Hi zusammen!

      @ Joel: Genau wie Marc sagt. Im ersten Jahr wachsen sie kaum. Danach fast rasant, so dass Männchen auch in knapp 2.5-3 Jahren adult werden.

      Wegen der Wissenschaftlichkeit:

      Natürlich sind dies viel zu wenige Tiere. Es wären aber auch 150 aus dem gleichen Kokon zu wenig, um wirklich relevante Daten zu erreichen. Dies ist natürlich ein Streitpunkt aber wie schon richtig erwähnt wurde, spielt das bei einer Maturaarbeit kaum eine so zentrale Rolle.

      Mein Angebot steht, du kannst dich also bei mir melden.

      Danke Gianni für dein Angebot.

      Gruss aus Saas-Grund

      Basti
      Hallo zusammen

      Erst mal herzlichen Dank für die vielen und wohlwollenden Reaktionen in kurzer Zeit.

      Hier noch ein paar klärende Hinweise vom Betreuer der Arbeit:

      Bei einer Maturaarbeit handelt es sich natürlich nicht um eine Dissertation. Aber auf wissenschaftliches Arbeiten und brauchbare Resultate wird dennoch Wert gelegt. Ausserdem traue ich Simon eine Arbeit zu, die auch beim Wettbewerb Schweizer jugend Forscht eine Chance auf eine Auszeichnung hat. Daher erachte ich 10 Tiere pro Versuchsgruppe als anzustrebende Grösse (Absicherung gegen Ausfälle und Chance, dass beide Geschlechter jeweils mit mehreren Exemplaren vertreten sind).

      Für die Datenaufnahme stehen Simon etwa 6 Monate zur Verfügung.

      Da sich weder Simon noch die Schule langfristig um die Tiere kümmern können, ist ein Aufzuchtvertrag gemäss Bastis Vorschlag anzustreben. Ist für Züchter eine super Chance! Hätte ich selber geeigneten Nachwuchs, würde ich sofort zugreifen. Überhäuft Simon also mit euren Angeboten. 50-60 Tiere aus dem selben oder aus zwei verschiedenen Kokons wären willkommen.

      @Luna: Natürlich müssen die Versuchsparameter so gewählt werden, dass alle Tiere eine gute Überlebenschance haben.

      Liebe Grüsse: David