Fragen zum Verhältnis zwischen Spinnen und Menschen

      Fragen zum Verhältnis zwischen Spinnen und Menschen

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      Hallo zusammen

      Also, wie in meinem Vorstellungsthread angekündigt, bin ich ja auf Recherche und habe ein paar Fragen. In meinen Projekt soll eine Figur vorkommen, die mit Vorliebe Vogelspinnen (und andere Terrarien-Tiere) hält. Folgende Dinge würden mich dazu interessieren:
      - Wie ist das Verhältnis zwischen einer Vogelspinne und ihrem Halter? Nimmt sie den Halter überhaupt wahr? Oder ist sie einfach in ihrem Terrarium und das ist dann ihre Welt, als hätte z.B. in der Natur einen bestimmten Fleck Boden, den sie bewohnt?
      - "Erkennt" die Spinne den Halter, wenn er sie zum Beispiel aus dem Terarrium holt? Erkennt sie z.B. Geruch oder Stimme von Menschen?
      - Ich nehme an, sie kapieren, dass Mensch ein anderes Lebewesen ist, wenn sie einem gegenüberstehen, oder?
      - Weiter habe ich gelesen, dass man die Spinnen möglichst nicht aus dem Terrarium holen und auf der Hand herumlaufen lassen sollte. Stimmt das?
      - Wie ist es von Menschenseite her? Entwickelt man Gefühle für die Tiere wie z.B. für eine Katze oder einen Hund? Gebt ihr ihnen Namen? Oder ist es eher eine rationale Herangehensweise?

      Und noch etwas: Kennt sich jemand aus mit Riesenkrabbenspinnen? Könnte man die theoretisch ebenfalls halten? (Vorausgesetzt, man hätte ausreichend Platz und genug finanzielle Mittel, um ihnen eine artgerechte Umgebung zu geben?)

      Wie gesagt, es geht nur darum, das alles korrekt beschreiben zu können ohne einen falschen Eindruck zu vermitteln.

      Vielen lieben Dank im Voraus schon einmal
      Tamara

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      Hallo Tamara,

      Ich fang mal mit der letzten Frage an. Also ich halte selber Eusparassus walckenaeri ( das sind europäische Riesenkrabbenspinnen). Grundsätzlich kann man jede Spinne halten, wenn man die Klimatischen Parameter erstellen kann.

      Das Verhältnis zwischen der Spinne und dem Mensch ist nicht wie mit Hund und Katze. Ehr Vergleichbar wie mit Fischen im Aquarium.

      Spinnen haben ja kein Gehirn. Somit ist die Warnehmung auch etwas anderes. Sie kennen ja kein Terrarium, also ist es für sie ein Fleck Natur.
      Deshalb sollten Terrarien auch Naturnah gestaltet werden.

      In jedem Terrarium ist ja ein Mikroklima. Und mit jedem Mal die Spinne dort rausnehmen um sie Leuten vorzuführen, ist purer Stress für dieses Geschöpf.
      Und es kann zu Abwehrreaktionen kommen. Die Spinnen können (sofern sie welche haben) ihre Brennhaare abstreifen, dies ist sehr unangenehm (Juckreiz, allergische Reaktionen). Oder es kommt zu Bissattacken, vorbei die meisten Spinnen ein trockenbiss (Pterinochilus murinus) machen, um den Störrenfried zuwarnen.

      Ich öffne max 2mal in der Woche ein Terrarium, für Wasser und Futter.

      Es gibt allderdings auch etwas ruhigere Spinnen, die werden dann auch zur Therapie der Arachnophobie genommen.

      Ich bezweifel das Spinnen ihren Halter erkennen, da sie ja nicht wissen, das sie gehalten werden.
      Sie nimmt sicher ihre Umgebung war, dafür hat sie ja ihre Haare sowie Rezeptoren an den Beinen.
      Jedes Lebewesen erzeugt Schwingungen die solche Tiere dann warnehmen und so können sie auch in etwa einschätzen ob es Futtertier, ein Gleichgesinnter (Gruppenhaltung > Monocentropus balfouri<) oder ein Feind ist.

      So ich denke da hast jetzt erstmal ein paar Antworten.

      Gruss Micha

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      Arthropoda schrieb:

      Riesenkrabbenspinnen? Könnte man die theoretisch ebenfalls halten?


      Hallo Tamara

      Ja natürlich. Der Name "Riesenkrabbenspinnen" bedeutet keineswegs, daß es sich dabei auch um besonders große Spinnen handelt. Die Tiere gehören zur Familie Sparassidae.
      Hier in Mitteleuropa findet sich häufig die "Grüne Huschspinne Micrommata virescens" mit eine Größe von Weibchen 12 bis 15 mmm und Männchen 8 bis 10 mm.
      Aus Laos stammt die " Höhlenspinne Heteropoda maxima" mit einer Beinspannweite von 25 bis 30 cm.

      Beides harmlose Tiere in der Haltung. Die Grüne Huschspinne kannst du dir aus der Natur holen und wenn du Glück hast und auf der richtigen Ecke wohnst, schaut sie persönlich vorbei.
      Etwas schwieriger, dürfte es schon bei der Heteropoda maxima sein. Schon weil ein Höhlenbewohner dieser Größenordnung, nicht unbedingt mit Haltungsbedingungen für Baum- oder Bodenbewohner einverstanden sein wird. Aber auch die größte Spinne war einmal klein und bis die groß wird, hat der Halter genug Zeit zur Erkundung einer passenden Räumlichkeit.

      wiki.arages.de/index.php?title=Micrommata_virescens

      tierdoku.de/index.php?title=Heteropoda_maxima

      Gruß
      Joachim B.

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      Vielen Dank euch beiden. :)

      Das hilft schon einmal sehr. Dachte ich schon, dass es anders ist als bei Katzen, es ist nur halt schwer einzuschätzen als Aussenstehende, sozusagen.

      @Joachim: Eine Beinspannweite von 25-30cm finde ich schon sehr gross. Habe kürzlich ein Foto von einer gesehen, die ein Possum frass (aus Tasmanien, glaube ich), und die Spinne war gleich groß wie das Possum. Ein Possum ist ungefähr so groß wie eine kleine Katze.

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      Arthropoda schrieb:

      Habe kürzlich ein Foto von einer gesehen, die ein Possum frass (aus Tasmanien, glaube ich), und die Spinne war gleich groß wie das Possum.


      Bring Heteropoda maxima, größenmäßig nicht mit den anderen Gattungen/Arten der Familie Sparassidae - 88 Gattungen mit 1263 Arten - in eine Topf. Die laotische Art ist eine Ausnahmeerscheinung in dieser Familie. Alle anderen Gattungen/Arten sind wesentlich kleiner.

      Bei dem Possum was du da gesehen hast, handelt es sich um ein Jungtier dieser Art und gehört - falls greifbar - zum Standard-Beutespektrum der auf Tasmanien bzw. auf der zu Tasmanien gehörenden Insel, wo dieses werbewirksame Ereignis stattfand.

      spiegel.de/wissenschaft/natur/…sst-possum-a-1273190.html