Gromphadorhina portentosa Haltungsfragen

      Gromphadorhina portentosa Haltungsfragen

      Hallo,
      ich habe mich ein wenig über die Haltung der Madagaskar Fauchschabe informiert aber es sind noch einige fragen offen. Ich würde die Tiere am Liebsten in ein 54l Aquarium tun. Ich bin mir aber nicht sicher, passr das von der Belüftung? Da sich die Tiere ja nicht so sehr im Boden aufhalten und sich eher einen ort weiter oben suchen, muss die erde nicht zu tief sein, aber wie tief sie sein muss habe ich nicht finden können. Ich persönlich würde 20cm Humus aus dem Wald nehmen, damit die Tiere auch im Jungen alter falls nötig sich tief genug einbuddeln können und andere Substrate wie Kokoshumus einfach nicht nahrreich und ungrabfähig sind. Da die Tiere sich auch gerne Zeigen und sonnen, hatte ich daran gedacht einige Wurzeln mit einzubringen, die sowohl als erhöhung als auch als versteck benutzt werden können. Die Frage ist nun wie viele Tiere... Da die mänchen Reviere bilden, braucht man ja genügend platz. Wie viele Tiere würdet ihr auf 60x30x30 empfehlen und wie viele Weibchen sollen dabei sein?
      Mfg
      Kevin
      Hallo Kevin,
      ich pflege schon seit geraumer Zeit Gromphadorhina spp., derzeit aber eigentlich nur noch als adäquates Futter für meine Theraphosa stirmi. Was bei diesen Schaben SEHR wichtig ist zu wissen - sie können glatte Glasscheiben hochklettern und die Jungtiere sind im Vergleich unglaublich klein und flachrückig. Das hatte ich bei meiner ersten Unterbringung in einem 45er Exo Terra Würfel vor einigen Jahren nicht bedacht, was dazu geführt hat, dass mir die Tiere massenhaft in den Wohnraum evakuiert sind - das ist schlecht für einen selbst und natürlich alle anderen Mitbewohner (Frau, Kind etc. pp). Die passen wirklich fast überall durch!
      Derzeit halte ich meine kleine, recht stabile Zucht (ca. 20 Adultis + ca. 40-80 Jungtiere und Babys) in einer 60 Liter Plastewanne mit auflagesicherem Deckel (mit Steinen beschwert), dazwischen noch eine Dreier-Lage Fliegengaze, großen Lüftungsöffnungen (wegen der Staunässegefahr!), die wiederum mit Fliegengaze bespannt und Hafttape befestigt sind. Der Bodengrund ist eine dünne Lage trockenen (sonst schimmelt der Kot zu schnell!) Kokosfaserhumus und jede Menge Eierpappschalen zum Verstecken. Gestartet bin ich mit 20 halbgroßen Tieren. Das Geschlechterverhältnis pegelt sich irgendwann ein. Jedes adulte Weibchen kann, je nach Temperatur ein- bis dreimal pro Jahr Junge bekommen, die auch relativ schnell wachsen - wenn keine Entnahme geschieht, quillt so ein Behälter schnell mal über ;) .
      Revierabgrenzungen schaffe ich natürlich nicht extra und manchmal hört man scheinbare Streitigkeiten (Zischlaute), was aber eigentlich egal ist - verletzten tun die sich offensichtlich nicht. Die Tiere vermehren sich gut und sind extrem anspruchslos (Futter sind Haferflocken + Katzentrockenfutter, Karotten fein geschnitten, etwas Apfel, Eisbergsalat, Löwnzahnblätter usw.) bei 20-25°C. Bis knapp an die 30°C geht wohl die Wohlfühltemperatur...
      Beste Grüße
      Karsten