Beiträge von Bastian Rast

    Hi zusammen,


    Meine Erfahrung zeigt, dass auch bei Experimenten unter "Laborbedingungen" noch zu viele Parameter Einfluss haben können. Zudem lässt sich halt auch dann kein Rückschluss auf die Natur machen. Denn Labor ist ja schliesslich auch nicht Natur :).


    Also auch bei der von dir vorgeschlagenen Studie, "Pulchficion", sind einige Parameter halt einfach nicht berücksichtigt. Insbesondere glaube ich, dass die Futtertiere beim Wachstum von Invertebraten eine grosse Rolle spielt. Während sie in der Terrarienhaltung meist mit Heimchen, Grillen, Heuschrecken und Schaben aus degenerierten Zuchten gefüttert werden, stehen im Habitat eine Vielzahl von unterschiedlichen Futtertieren mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen auf dem Speiseplan. Diese Futtertiere ernähren sich optimal (also viel optimaler als das was wir ihnen zum Fressen geben).

    Aber das ist wohl lange nicht das Einzige, was wir nicht aus der Natur kopieren können.


    Tatsächlich habe ich in der Natur auch schon viele ausgewachsene Tiere gesehen, die offenbar grösser sind, als ich das bei Terrarientieren gesehen habe.


    Wenn ich auf meine paar Jährchen Vogelspinnenhaltung zurückschaue, sind kleinere Behälter in der Regel eher wachstumsverlangsamend. Wachstumsbeschleuniger sind Wärme und viel Futter. Je dicker die kleinen vor der Häutung sind, desto grössere Sprünge machen sie, auch hier in der Regel. Es gibt immer mal Individuen wo das nicht zutrifft. Ich hatte schon Geschwister wo eins der Tiere nach zwei Jahren lediglich zwei Mal gehäutet hatte und noch winzig war, während die anderen sehr regelmässig gehäutet haben und viermal so gross waren.


    Fazit: Zuviele Faktoren verderben den Brei :)


    Wer mal noch was lesen mag. Das habe ich auf die Schnelle noch rausgesucht, da ist aber noch einiges mehr an Literatur zu dem Thema abrufbar im Netz.


    HÄNI, L. (2007): Maturaarbeit im Fach Biologie: Sozialverhalten und Wachstum von Vogelspinnen in Gesellschaftshaltung. ARACHNE 12(4): 4 - 34

    TYLLE, Y. (2005): Das Wachstum von Vogelspinnen in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchtigkeit am Beispiel von Tapinauchenius gigas CAPORIACCO, 1954. ARACHNE 10(5): 4-12

    Melissa M. Varrecchia, Vanessa A. Gorley and Samuel D. Marshall Group Size Does Not Influence Growth in the Theraphosid Spider Hysterocrates gigas (Araneae, Theraphosidae, Eumenophorinae) https://www.jstor.org/stable/3706224


    Spannende Diskussion hier, das freut mich sehr :)


    Beste Grüsse und einen guten Rutsch euch allen.


    Basti

    Hi zusammen,


    Ja tatsächlich ist es gerade sehr mühsam mit solchen Bots. Ich habe die Einstellungen des Forums darauf abgeändert, dass in der nächsten Zeit alle neuen Mitglieder zuerst von mir überprüft werden. Hoffe das schafft Abhilfe :(


    Gruss Basti

    Hi Sebastian,


    Schön dass du zu uns gefunden hast. Ich freue mich, dass du eine neues Hobby gefunden hast. Bei Fragen einfach ins entsprechende Unterforum posten. Dir wird gerne geholfen.


    Beste Grüsse


    Basti

    Hi zusammen,


    Da wir schon lange nichts mehr gemacht haben, haben Martin und ich uns entschieden, am 7.1.2024 den Fonduestammtisch abzuhalten :)


    Plätze hat es nicht viele, da bei mir zu Hause. Wir treffen uns um 15:00 Uhr. Dann gibt's Apéro. Um 16:00 Uhr beginnen wir mit dem Vortrag. Ich denke er wird so 90min dauern exkl. Pause. Dann können wir gegen 18:00 Uhr essen. Fertig so gegen 20:00 Uhr oder so um den Dreh.


    Wer Lust hat zu kommen, meldet sich am besten gleich hier im Thread oder persönlich bei mir per Mail oder Telefon.


    Martin und ich haben zwei Wochen in Peru verbracht. Dabei haben wir viele Vogelspinnen, aber auch einen Haufen andere interessante Tiere gesehen und fotografiert. Ein zwei Videos werden wir sicher auch noch einbauen, damit ihr eine Idee bekommt, wie das so war. Weiter haben wir den Weltrekord ausgebaut, davon berichten wir euch dann gerne auch noch :)


    Also dann gilt wie immer: "Dä Schnäller isch de Gschwinder" :)


    Gruss Martin und Basti

    Hi zusammen,


    Ich halte seit X-Jahren viele Vogelspinnen, darunter auch viele Poecilotheria spp. Ich wurde noch nie gebissen und hatte gerade mit Poecilotheria spp. noch nie brenzlige Situationen. Immer unter Beachtung der gängigen "Regeln".


    Ich würde eine Gruppe Poecilotheria darin halten :)


    Gruess Basti

    Hi zusammen,


    Sehr spannende Diskussion wieder einmal hier. Vielen Dank an alle, die sich sachlich beteiligen, nur so leben Foren wie genau dieses hier wieder etwas auf.


    Bezüglich Umgangston:


    Wir haben uns in der Leitung des Forums schon immer darum bemüht, den Umgang hier so fair und sachlich zu halten wie möglich. Ich musste in den bald 20 Jahren (so lange gibt es uns schon) glaube ich eine Person aus dem Forum ausschliessen und zwei Threads zu machen. Alles andere hat sich selbst so gut reguliert, dass ich oft selbst erstaunt war. Klar ist es auch ein Vorleben, und das haben wir sehr konsequent gemacht, aber hier sieht man deutlich, wie eine Online-Community sachlich, fachlich und sozial zusammenarbeiten kann.


    Ich bin mit euch einig, dass in den SM vermehrt ein inakzeptabler Umgangston gepflegt wird. Das hat aber wenig mit den Vogelspinnenhaltern zu tun, sondern ganz generell mit der anonymisierten Onlinewelt, wo man auch mit wenig Wissen sich einmal ganz gross darstellen kann.


    Ich persönlich bin fan von Kruger & Dunning. Der Effekt beschreibt glaube ich recht gut, was da so bei gewissen Leuten passiert: KLICK MICH!


    Dass dann bei diesem schlechten Umgangston und der oft fehlenden Expertise die Leute fernbleiben, welche sich sachlich ausdrücken können und auch noch wissen von was sie sprechen, ist eine leichte Rechnung. Das ist übrigens auch in der deutschen Politik so ziemlich ähnlich momentan :)


    Was bleibt also übrig? Schlechter Umgangston und gefährliches Halbwissen und beides wird nicht mehr korrigiert. Schade eigentlich.


    Ich habe mich mehrere Jahre vorwiegend bei FB aufgehalten und ab und an mal versucht korrigierend einzugreifen. Der Aufwand ist mir aber zu gross geworden, da doch recht oft eine zu grosse Beratungsresistenz vorhanden ist.


    Wie auch immer; mal schauen wo das hinführt. Vielleicht schafft es ja die neue Generation (welche schon von klein auf mit den Geräten aufwächst), das in der Zukunft etwas zu korrigieren.


    Bezüglich den Dumpingpreisen/Massenproduktion:


    Auch das ein altes Thema. Ich glaube auch nicht, dass es da eine schlaue Lösung gibt. Weil hier tatsächlich der Markt auch spielt, wird es immer Leute geben, die ihr Geld damit verdienen (verdienen müssen). Und wenn man Geld verdienen will, spielt Angebot und Nachfrage. Es wurde schon immer verknappt, wenn Preise ins Bodenlose sanken und es wurde verteuert, wenn die Nachfrage gross wurde.


    Grammostola rosea z.B. vor 10 Jahren konnte man im Grosshandel adulte Tiere für 5 € das Stück kaufen. Such heute mal eine adulte G.rosea und schau nach den Preisen...


    Und ich könnte X solche Beispiele nennen. Der Markt schwankt und irgendwie ist das auch gut so. Wer zu horrenden Preisen nicht kaufen will, muss das nicht, wer nicht zu Minimalpreisen verkaufen will, muss das auch nicht.


    In der Schweiz ist es noch etwas einfacher den Markt etwas im Überblick zu haben. Ich habe immer nur das gezüchtet, von dem ich wusste, dass ich es wegbringen werde. Wenn jemand anderer die gleiche Art verpaart hat (bei einfach zu züchtenden Arten), habe ich es gelassen. Bei schwieriger zu züchtenden Arten haben wir die Männchen ausgetauscht, sodass wir den Fortbestand im Hobby sichern konnten. Trotzdem konnte ich niemanden zwingen, seine Tiere nicht zu verpaaren. Und darum resultierten logischerweise auch überschüssige Tiere.


    Ich selbst habe noch nie Jungtiere eingefroren. Ich mache das in der Regel, wie auch schon genannt so, dass ich die Tiere anfänglich einfach zusammenlasse, ohne sie zu füttern. Dann nehme ich mir die gewollten Tiere heraus und ziehe die so lange auf, wie es nötig ist oder tausche sie gegen andere Arten ein. Tiere, die ich verkaufe, verramsche ich nicht. Im Preis beim Kauf ist bei mir eine anständige Beratung und mehr oder weniger lebenslange Unterstützung inbegriffen. Auch bei Problemen mit nicht bei mir gekauften Spinnen helfe ich gerne usw. Das schlägt sich einfach auch im Preis etwas nieder. Ob es eine Preisuntergrenze braucht? Ich glaube nicht. Ich verschenke auch immer mal wieder Tiere an Kollegen. Dann müsste ich ja auch ein schlechtes Gewissen haben. Wenn ich 1000 Jungtiere in einem Kokon habe, gebe ich die auch günstiger weg. Ist schlussendlich nicht verwerflicher als Tiere einzufrieren. Denn das war ja auch irgendwie dein Argument. Tiere zu günstigen Preisen werden evtl. schlechter behandelt… Einfrieren sehe ich als genauso «schlecht» behandelt J. Ich sehe jedoch deinen Ansatz und finde den auch nicht so schlecht. Je mehr ein Tier kostet, desto mehr sorgen sich die Leute darum. Ist vermutlich sogar so.


    Fazit:


    Deine Feststellungen / Fragen sind sehr philosophisch. Man kann darüber ewig diskutieren und wird nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Einige sind bereits darauf gekommen, weil sie mehr Erfahrung haben, andere sind noch auf dem Weg gewisse Erfahrungen zu machen, damit sie diese anschliessend in ihre Beurteilung mit einfliessen lassen können. Manche werden trotz längerer Erfahrung nicht die gleiche Meinung teilen und wieder andere haben einfach eine ganz andere Sichtweise, die wir auch akzeptieren müssen.


    Was aber sicher hilft, ist mit gutem Beispiel (ist ja auch nicht für alle gut) voranzugehen. So kann man möglichst viele Leute positiv (in seinem Sinne) beeinflussen.


    Ich selber züchte wie gesagt nur noch das, von dem ich weiss, dass ich es mit meinem Netzwerk verkaufen kann. Ich beobachte den Markt und habe das Geld nicht im Fokus. Ich versuche alle Tiere so gut wie möglich zu behandeln und in gescheite Behälter zu stecken. Und ich versuche mein Wissen (und das ist auch nicht der Weisheits-Ursprung) weiterzugeben, wenn das gefragt ist. So bin ich für mich im Reinen und muss mich nicht über andere aufregen (lohnt sich sowieso nicht ;) ).


    Vielen Dank für deinen Beitrag!


    Beste Grüsse


    Basti

    Hi,


    Lustigerweise sind sie hier in den Terrarien tatsächlich nicht so oft zu finden. In z.B. Kolumbien haben wir die an fast jedem Strassenrand zu Hauf gefunden.


    Ich habe dir aber leider auch keinen Tipp ausser die Anzeigebörse, welche schon genannt wurde.


    Gruss Basti

    Hi,


    Prinzipiell kann man sagen, dass Springspinnen sicher einen einiges höheren Stoffwechsel haben, als das bei Vogelspinnen der Fall ist. Ich persönlich mag Angaben wie "einmal pro Woche" nicht so. Am besten schaust du auf das Hinterteil (Opisthosoma). Wenn dieses gut 1.5 mal grösser ist als der Vorderteil (Prosoma), dann ist sie sicher gut genährt. Bei Salticiden kann das auch mal ein wenig mehr sein, viel weniger vermutlich aber eher nicht.


    Beste Grüsse


    Basti

    Hi Irene,


    Sehr spät gesehen hier. Sorry.


    Ich hatte Xenesthis spp. Männchen die gut 1.5 - 2 Jahre lebten. So lange wie deins hat bei mir aber noch keins gelebt. Scheint ihm zu gefallen bei dir :)


    Ich denke aber nicht, dass er es noch all zu lange machen wird.


    Vielleicht kannst du dann mal noch schreiben, wann er gestorben ist. Dann hätten wir für die Zukunft wenigstens einen Anhaltspunkt.


    Beste Grüsse


    Basti

    Hi,


    Ich war auch bereits dreimal in Marokko. Kann ich nur empfehlen. Zur Bestimmungshilfe:


    Die Skorpione: Mail an Giorgio Molisani oder Mark Stockmann, dann bist du sicher dass es stimmt.


    Die Solifugae: Wird vermutlich schwierig das genauer zu bestimmen.


    Die unbestimmte Spinne: Lycosidae sp. vermutlich etwas in Richtung Arctosa sp. (evtl. Arctosa littoralis) Habe ich in der Erg Chebbi auch gefunden.


    Die Agame: Trapelus mutabilis


    Die Kröte: Sclerophrys mauritanica (ziemlich sicher)


    Die Schlange: Cerastes cerastes (habe ich zu Hause sitzen. Super Tiere :) )


    Beste Grüsse


    Basti

    Hi,


    Grammostola sp. ja, G.rosea vermutlich eher nicht. Ist nicht ganz genau zu definieren anhand der Bilder.


    Das Terrarium ist etwas zu wenig strukturiert wenn du mich fragst. Etwas mehr Erde aufschütten, dass eine Art "Hügel" entsteht, dann sieht es auch nicht mehr so leer aus. Vielleicht kannst du noch ein paar Äste oder so einbringen.


    Gruss Basti

    Hi,


    Schau dich mal auf der Homepage von Mark Stockmann um. Er hat ein paar coole Reiseberichte von Marokko aufgeschaltet. So weit ich mich an ein Gespräch erinnern kann, meinte er, dass Hottentotta franzwerneri in einer sehr hohen Dichte vorkam, sodass ich bei einem genug grossen Terrarium mir eine "Gruppenhaltung" wohl vorstellen könnte. https://www.buthidae.eu/


    Sonst kannst du dich auch bei Giorgio Molisani melden, er kann dir sicher ein paar Inputs geben.


    Gruss Basti